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Google-CEO wehrt sich gegen Befangenheitsvorwürfe und äussert sich zu China-Plänen

Im US-Parlament hat sich Google-CEO Sundar Pichai gegen den Vorwurf verteidigt, die Suchmaschine benachteilige konservative Internetseiten. Und er schloss einen Google-Dienst in China aus – «derzeit».
Renzo Ruf, Washington
Google-CEO Sundar Pichai wird vor seiner Anhörung im Parlament in Washington eingeschworen. Bild: Jim Lo Scalzo/EPA (11. Dezember 2018)

Google-CEO Sundar Pichai wird vor seiner Anhörung im Parlament in Washington eingeschworen. Bild: Jim Lo Scalzo/EPA (11. Dezember 2018)

Nun weiss auch Sundar Pichai, wie es sich anfühlt, wenn man im amerikanischen Parlament auf dem sprichwörtlichen heissen Stuhl sitzt. Gestern stand der Google-Konzernchef erstmals einem Ausschuss des Repräsentantenhauses in einer öffentlichen Sitzung Rede und Antwort; und ähnlich wie zuvor die Manager von Facebook und Twitter wurde auch der 45-jährige Chef der grössten Internet-Datenbank mit einer Barrage an Kritik eingedeckt – auf die Pichai eher ausweichend reagierte.

So konterte er den Vorwurf der republikanischen Abgeordneten, sein Konzern verzerre die Auflistung von Suchresultaten zu Ungunsten von Internetseiten mit konservativem Einschlag immer und immer wieder: Google gehe unvoreingenommen an die Arbeit und der Algorithmus, der die Suchmaschine antreibe, sei nicht befangen.

Algorithmus zu manipulieren sei «unmöglich»

Parlamentarier wie Steve Chabot aus Ohio schenkten ihm aber keinen Glauben. Chabot wies darauf hin, dass er, wenn er legislative Verdienste der republikanischen Mehrheit im Repräsentantenhaus google, auf Zeitungsartikel stosse, in denen Vorhaben wie die Steuerreform negativ bewertet würde. Er ziehe daraus die Schlussfolgerung, sagte Chabot (ohne eine Miene zu verziehen), dass Google die Präsentation der Suchresultate verfälsche. Pichai widersprach entschieden, es gelang ihm aber nicht, den Parlamentariern zu vermitteln, dass Google bloss abbilde, was im Internet verbreitet wird – auch weil die meisten Volksvertreter ganz offensichtlich nicht daran interessiert waren, sich weiterzubilden.

Auf die Frage des Republikaners Lamar Smith, ob Angestellte seines Konzerns jeweils den Algorithmus anpassten, um die Google-Suche zu manipulieren, sagte Pichai: «Das ist nicht möglich.» Smith gab zurück: «Ich glaube sehr wohl, dass das möglich ist.»

Demokraten halten sich zurück

Interessant an der Dynamik der Anhörung war, dass sich die Demokraten – die ab dem nächsten Monat wieder die Mehrheit im Repräsentantenhaus stellen werden – zurückhielten und ­Pichai mit Kritik verschonten. Stattdessen gingen sie dazu über, die Fragen der Republikaner als lächerlich zu kritisieren. Der Abgeordnete Steven Cohen ging gar soweit, Pichai vorzuwerfen, dass bei «Google News» Medienerzeugnisse mit konservativem Einschlag überrepräsentiert seien. Die trockene Antwort des Google-Chefs: «Wir werden auf beiden Seiten des politischen Spektrums kritisiert.»

In einem wichtigen Punkt ­allerdings gaben sich die Demokraten beharrlich. Sie warfen Google vor, zu wenig entschieden gegen die Datenmanipulation in autoritär regierten Ländern vorzugehen. In diesem Zusammenhang wurde Pichai mehrere Male gefragt, ob es denn zutreffe, dass Google eine Rückkehr nach China plane. Der Konzern hatte sich 2010 aus dem bevölkerungsstärksten Land der Welt zurückgezogen, auch weil das US-Unternehmen sich nicht länger der chinesischen Zensur beugen wollte. Der Konzernchef sagte, «derzeit» (im amerikanischen Original: «right now») wälze Google keine Pläne, einen chinesischen Dienst zu lancieren. Auch stehe Google «derzeit» nicht in entsprechenden Diskussionen mit der Staatsführung in China.

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