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Gnadenfrist für Sia Abrasives

Vor Ende Januar 2017 will die Bosch-Tochter Sia Abrasives keine wirtschaftlich bedingten Kündigungen aussprechen. Danach gehen 250 Stellen verloren.
Martin Sinzig

FRAUENFELD. Der am 10. November 2015 angekündigte Stellenabbau des Schleifmittelherstellers Sia Abrasives scheint in grossen Teilen unabwendbar. Wie geplant sollen die Konfektionierung und des Halbfertigwarenlager nach Osteuropa verlagert sowie das Fertigwarenlager ins deutsche Worms verschoben werden. Von den total 720 Arbeitsplätzen der Tochtergesellschaft des deutschen Bosch-Konzerns in Frauenfeld werden definitiv rund 250 aufgehoben, wie Geschäftsleiter Martin Küper gestern im Gespräch mit unserer Zeitung sagte. Die Vorschläge während des 90tägigen Konsultationsverfahrens reichten leider bei weitem nicht aus, um mehr Stellen zu erhalten.

Einziger Lichtblick: Zwei Vorschläge aus dem Konsultationsverfahren hat die Firmenleitung übernommen. Der Stellenabbau könne somit um bis zu zehn Stellen reduziert werden. In Frauenfeld bleiben soll die Muster- und Kleinstserien-Konfektion.

«Bekenntnis zum Standort»

Die geplanten Verlagerungen brächten Sia Abrasives einen grossen Schritt weiter, sagt Küper mit Verweis auf das internationale Wettbewerbsumfeld. Man fasse jedoch keine weiteren Umstrukturierungen ins Auge – «im Gegenteil: Wir haben unser Bekenntnis zum Standort bekräftigt und wollen Frauenfeld als Kompetenzzentrum ausbauen.» Zudem habe sich die Unternehmensleitung mit der Arbeitnehmervertretung dahingehend geeinigt, dass vor Ende Januar 2017 keine Kündigungen aus wirtschaftlichen Gründen ausgesprochen werden, betont Küper. Damit nehme Bosch seine soziale Verantwortung wahr. Die Gespräche mit der Arbeitnehmervertretung seien intensiv, aber konstruktiv gewesen, sagt Küper. «Jetzt soll die Zeit genutzt werden, um die Gespräche über den Sozialplan fortzuführen und abzuschliessen.»

Den Beschluss, vor Ende Januar 2017 keine Kündigungen auszusprechen, beurteilt Hansruedi Neukomm, Präsident der Angestelltenkommission, als Erfolg. Das sei für die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine gewisse Beruhigung, und damit sei mehr Zeit vorhanden, um nach Lösungen zu suchen. Hauptziel müsse sein, dass kein Betroffener in die Arbeitslosigkeit entlassen werde, sagt Neukomm.

Viele Ungelernte und Ältere

Dass es zu 250 Entlassungen kommen werde, sei sehr zu bedauern, umso mehr als zahlreiche ungelernte und ältere Angestellte betroffen sind. Dennoch gelte es jetzt, die bisher in «gutem Einvernehmen» geführten Gespräche fortzusetzen und einen möglichst guten Sozialplan auszuhandeln.

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