Glück macht wohlhabend

Menschen sind wohlhabend, weil sie glücklich sind. Das stellt ein UNO-Bericht fest: Zufriedene Menschen sind produktiver und erzielen so ein höheres Einkommen. Die Schweiz ist unter den glücklichsten Ländern.

John Dyer
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BOSTON. Das Gefühl von Glück führt zu besserer Gesundheit, besserem Sozialverhalten und höheren Einkommen. Zu diesem Ergebnis kommt der neue Weltglücksbericht der UNO. Glückliche Menschen leben länger, sind produktiver, innovativer, verdienen mehr und sind sozial engagierter, heisst es in dem Bericht, der auf einer Umfrage in 156 Ländern basiert. «Weltweit gibt es ein immer grösseres Verlangen danach, dass sich die Politik um jene Dinge kümmert, die Menschen wirklich wichtig sind», sagt Jeffrey Sachs. Der Ökonom an der Columbia University ist Berater von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon und Mitherausgeber des Berichts. «Das Glück systematisch zu erfassen, hilft uns herauszufinden, wie man das weltweite Wohlbefinden und eine nachhaltige Entwicklung verbessern kann.»

Gesund und kaum Korruption

So leben die glücklichsten Menschen der Welt in Nordeuropa, wo die Menschen gleichzeitig auch einen hohen Wohlstand geniessen. Die beiden Aspekte beeinflussen sich gegenseitig. «Immer, wenn es um die Frage nach Glück geht, liegt Skandinavien weit vorne», sagt Sachs. «Es gibt dort wohlhabende Gesellschaften, aber es geht ihnen nicht nur darum, Geld zu verdienen. Die Menschen dort sind gesund, es gibt soziale Unterstützung, und die Korruption ist sehr niedrig.»

Nordeuropa hat die Nase vorn

Dänemark führt die Rangliste der Länder mit den glücklichsten Menschen an. Auf den Plätzen folgen Norwegen und die Schweiz. Dahinter liegen die Niederlande und Schweden. Die USA sind von Rang 11 auf 17 gefallen, wegen zunehmender Armut und gestiegener Arbeitslosigkeit. Länder mit verringerter Korruption, etwa in Lateinamerika, haben sich verbessert.

Am unglücklichsten sind die Menschen laut Bericht in afrikanischen Ländern: Ruanda, Burundi, die Zentralafrikanische Republik, Benin und Togo liegen am Schluss der Wertung.

«Denkweise muss sich ändern»

Der Bericht macht zudem die mentale Gesundheit als einen Schlüsselaspekt zum Glück aus. Gelänge es, Menschen mit Depressionen, Angstzuständen und Psychosen zu heilen, würden diese glücklicher und könnten produktiver sein. «In erster Linie muss sich die Denkweise der Menschen ändern», sagt mit Ökonom John Heliwell ein weiterer Mitherausgeber des Berichts.