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Glas statt Plastikbecher: Grossfirmen verbannen PET-Flaschen & Co.

Novartis verzichtet auf den Einsatz von Plastik- und Kaffeebecher – und folgt damit der UBS.
Andreas Möckli
Statt einem Plastikbecher kommen bei Novartis Gläser zum Einsatz. (Bild: Tom Merton/Getty Images)

Statt einem Plastikbecher kommen bei Novartis Gläser zum Einsatz. (Bild: Tom Merton/Getty Images)

Novartis erklärt den Hauptsitz zur PET-freien Zone. Derzeit stellt der Pharmakonzern in Basel auf dem Campus schrittweise auf Glas um. Das Unternehmen bestätigt damit Recherchen dieser Zeitung. PET-Flaschen oder Plastikbecher weichen einem herkömmlichen Trinkglas oder einer Karaffe. Alle Gebäude auf dem Campus seien pro Stockwerk mit speziellen Trinkwasserhähnen ausgestattet, die mit einem Filter bestückt sind. Zur Wahl stehen stilles und kohlensäurehaltiges Wasser.

Auch aus den Personalrestaurants werden PET-Flaschen schrittweise verbannt. Die Umstellung sei allerdings noch im Gang, sagt ein Sprecher. Derzeit sehe man noch Mitarbeiter mit PET-Flaschen. Neben dem Campus in Basel würden auch die anderen Standorte des Unternehmens sukzessive umgestellt.

Beim Kaffee seien die Plastik- oder Pappbecher schon länger abgeschafft worden. Auch hier gibt es pro Stockwerk zentrale Kaffeemaschinen mit entsprechendem Geschirr.

Nicht alle Firmen folgen dem Anti-Plastik-Trend

Erst kürzlich hat die UBS bekanntgegeben, Kaffeebecher aus der Bank zu verbannen. In der Schweiz seien 4 Millionen Kaffeebecher, 700 000 Plastikbecher und 380 000 Plastikflaschen verbraucht worden, wie die Tamedia-Zeitungen berichteten. Wie Novartis setzt auch die UBS beim Wasser auf das System Glas aus dem Hahnen, wie eine Sprecherin sagt. Auch bei der Grossbank erfolgt die Umstellung schrittweise.

Bei der Novartis-Konkurrentin Roche fällt die Antwort kurz und knapp aus: «Wir bieten wo immer möglich Gläser und Porzellangeschirr an», sagt eine Sprecherin. An den Wasserspendern gebe es zusätzlich auch Flaschen. Allerdings seien auch noch Pappbecher im Einsatz, etwa in den firmeneigenen Cafés.

Und wie sieht es bei anderen Grossunternehmen in der Schweiz aus? Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé hat weltweit alle 4200 Standorte dazu verpflichtet, Einwegartikel aus Kunststoff zu beseitigen, die nicht recycelt werden können. Die Umstellung sei im vergangenen November von der Konzernleitung beschlossen worden, sagt ein Sprecher. Für wiederverwertbare Materialien wie zum Beispiel PET und Aluminium stelle Nestlé sicher, dass die richtige Infrastruktur bestehe, um diese zu sammeln. In der Schweiz hätten fast alle Nestlé-Standorte Einwegartikel aus Kunststoff bereits beseitigt.

«In naher Zukunft keine Einweg-Plastikprodukte»

Auch bei der Credit Suisse wird die PET-Flasche nicht verbannt. Die Grossbank will jedoch den verbleibenden Anteil an Einweggeschirr wie Papier- und Plastikbechern für Lebensmittel weiter reduzieren, wie ein Sprecher sagt. Das Unternehmen habe sich zum Ziel gesetzt, an allen wichtigen Standorten «in naher Zukunft keine Einweg-Plastikprodukte mehr zu verwenden». Zudem stellt die Grossbank in ihren Personalrestaurants Leitungswasser in Mehrwegbechern zur Verfügung. Innerhalb der Verpflegungseinrichtungen schreibe die Credit Suisse die Nutzung von Mehrweggeschirr vor. Falls dies nicht möglich sei, werde auf biologisch abbaubare Einwegbehältnisse gesetzt, sagt der Sprecher.

Getränkeverpackung: PET, Glasflasche oder Aludose?

Eine Cola Zero in der Aludose, ein Orangensaft in der PET-Flasche oder ein Bier in der Glasflasche: Welche Getränkeverpackung weist die beste Ökobilanz auf? Die Antwort ist nicht so eindeutig, wie sie vielleicht scheint. Denn je nach Menge, Transportdauer und Recyclingverfahren sind unterschiedliche Materialien sinnvoll.

Galten etwa Aludosen lange Zeit als Umweltsünde, hat sich deren Ökobilanz in den letzten Jahren stark verbessert. Einerseits, weil sie heute dünnwandiger hergestellt und zu 92 Prozent rezykliert werden. Andererseits, weil ihr geringes Gewicht beim Transport weniger CO2-Emissionen verursacht. In einer Studie rechnet das Bundesamt für Umwelt vor, dass Aludosen ab einem Transportweg von 230 Kilometer sogar umweltschonender als Mehrwegflaschen sowie natürlich Einwegflaschen sind. Gerade für Bier, das häufig aus Einwegflaschen getrunken wird, ist die Aludose deshalb vielerorts die ökologischste Option.

Die Glasflasche ist überlegen, wenn das Getränk aus der Region stammt und die Flasche mehrmals verwendet wird. Denn selbst wenn Schweizer beim Rezyklieren von Glasflaschen vorbildlich sind und rund 94 Prozent zur Sammelstelle bringen, hat die Einwegflasche die höchste Umweltbelastung: Um Altglas einzuschmelzen, sind 1600 Grad Celsius nötig und somit sehr viel Energie. Gegen Glasflaschen spricht ausserdem, dass wegen ihres Gewichts und Platzbedarfs deutlich weniger Inhalt transportiert werden kann.

Sammelstellen für Getränkekartons fehlen

Leicht und gut rezyklierbar zugleich sind PET-Flaschen. Sie gehören laut dem Bund zu den Getränkeverpackungen mit der tiefsten Umweltbelastung. Jedoch bestehen heute Schweizer Flaschen erst zu 40 Prozent aus Recycling-PET. Der Rest ist neues Plastik, welches aus Erdöl hergestellt wird. PET-Flaschen landen überdies häufiger im normalen Abfall. Ihre Recyclingquote beträgt 83 Prozent.

Ebenfalls eine gute Ökobilanz weisen Getränkekartons auf. Gäbe es in der Schweiz ein flächendeckendes Sammelsystem, wäre diese aber noch viel besser. Laut dem Bund wären Getränkekartons fast die beste Verpackungsvariante, wenn sie zu mindestens 70 Prozent rezykliert würden. Ob nun PET, Alu, Glas oder Karton – grundsätzlich gilt sowieso: Je weniger Energie für Herstellung und Recycling aufgewendet wird, desto besser. Führend ist in dieser Hinsicht deshalb immer noch das Wasser ab Hahnen. (gjo)

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