Glarner Helikopter soll die Welt erobern

Der erste Schweizer Hubschrauber ist ein Glarner: Die Neuentwicklung der Marenco Swisshelicopter AG mit Sitz in Niederurnen soll 2014 in Serie gehen.

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niederurnen. Fünf Rotoren hat der SKYe SH09, und einen Motor. Was aber letzte Woche auf dem Flugplatz Mollis der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, fliegt noch nicht. Es handle sich dabei erst um ein sogenanntes Mock-up – eine Art Prototyp des Prototyps, sagt Martin Stucki, CEO der Marenco Swisshelicopter AG. Der erste echte Prototyp soll dann 2012 zum ersten Mal fliegen.

Positives Echo

Trotzdem habe der SKYe SH09 im März an einer Helikoptermesse in den USA bereits positives Echo ausgelöst. Die Kabine kann flexibel eingerichtet werden, mit sechs bis acht individuell verstellbaren Sitzplätzen, die mit zwei Schiebetüren zugänglich sind. Durch die Hecktüre ist auch der Gepäckraum leicht zu beladen. Dank der fünf Rotoren vibriert er weniger und verursacht weniger Lärm als herkömmliche Modelle. Der neue Heli zeige auch in grossen Höhen und bei hohen Temperaturen gute Leistungen, sagt Martin Stucki. «Ein kritischer Faktor.» Es gebe alte Helikopter wie die Alouette 3, die darin immer noch Massstäbe setzten, sagt er.

Der Helikopter sei als Mehrzweckhelikopter geeignet, sagt Martin Stucki. Als Kunden hat er Operateure auf der ganzen Welt im Auge. Seine Flexibilität komme dem Swisshelicopter dabei zugute. Die meisten Helikopterfirmen in der Schweiz brauchen für Passagier-, Fracht- oder Tourismusflüge oft denselben Helikopter am gleichen Tag.

Von Grund auf neu

Was den Swisshelicopter ebenfalls auszeichnet: Es ist der erste Leichthelikopter seit 30 Jahren, der komplett neu entworfen wurde und nicht eine Weiterentwicklung älterer Modelle darstellt. Mit dem konkreten Projekt habe man 2009 begonnen, sagt Martin Stucki. 2007 wurde die Marenco Swisshelicopter in Niederurnen von der Marenco AG gegründet, um einen neuen Helikoptertyp zu entwickeln. Nun beschäftigt sie 30 Mitarbeiter. Die Marenco AG ist ein Ingenieurunternehmen mit Sitz in Pfäffikon SZ.

2014 oder 2015 soll der Helikopter in Serie gehen. Die Endmontage soll in Mollis stattfinden, sagt Martin Stucki, zumindest für Europa. In anderen Kontinenten könne man mit Partnerfirmen zusammenarbeiten. (ken)