Gipfel auf dem nebligen Berg

Rund 450 Unternehmer und Gäste aus der Politik kamen gestern zur Generalversammlung der IHK St. Gallen-Appenzell auf den Säntis. Der Ostschweizer Hausberg präsentierte sich in winterlichem Kleid.

Kaspar Enz
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Die Terrasse des Bergrestaurants bot Platz für Diskussionen. Die Aussicht war vom Nebel getrübt. (Bild: Benjamin Manser)

Die Terrasse des Bergrestaurants bot Platz für Diskussionen. Die Aussicht war vom Nebel getrübt. (Bild: Benjamin Manser)

SÄNTIS. Über ein Dutzend Gäste der IHK-Generalversammlung wollten den Tagungsort zu Fuss besteigen. Doch die Wanderung auf den Säntis wurde abgesagt. Warum, sieht man schon bald an den Masten der Schwebebahn, mit der die 450 Gäste auf den Berg kamen, nachdem sie verschiedene Appenzeller Unternehmer besucht hatten. Schwere Eiszapfen hängen von den Stangen. Auf dem vernebelten Berg liegt frischer Schnee. «Etwas enttäuscht bin ich schon», sagt Felix Sager, Leiter des Steueramts des Kantons St. Gallen und einer der verhinderten Wanderer. Er könne den Entscheid aber nachvollziehen. Auch Paul Sieber, Verwaltungsratspräsident der Sieber Transport AG, wäre gern hochgewandert, aber nicht bei diesem Wetter. «Der Berg hat seine Tücken.»

«Wahrzeichen der Ostschweiz»

Zu den verhinderten Wanderern gehörte auch Präsident Peter Spenger. Er erklärte, warum die IHK «im Hochsommer auf den frisch verschneiten» Säntis zur Generalversammlung lud. Ein «Wahrzeichen der Ostschweiz» sei der Berg. Auf ihm grenzen die drei Kantone, deren Unternehmen die IHK St. Gallen-Appenzell vertritt, aneinander. «Den Appenzellern gehört die Bergstation, den St. Gallern der Maschinenraum und das Restaurant.»

Dass es eines Tages nur noch zwei Kantone sind, die hier aufeinandertreffen, scheint weiter unwahrscheinlich. Auf dem Podium zeigte sich die Ausserrhoder Frau Landammann Marianne Koller-Bohl zwar durchaus offen für einen Zusammenschluss der beiden Halbkantone, die sich 1597 trennten. Der regierende Landammann von Innerrhoden, Daniel Fässler, zeigte sich hingegen skeptisch. Innerrhoden sei mit 15 700 Einwohnern zwar klein und deshalb auf Partner angewiesen. «Aber solange wir zurechtkommen, bleiben wir alleine.»

Umorganisiert hatte sich dagegen die IHK selber. Der Vorstand wurde letztes Jahr reduziert und er sei effizienter geworden, sagte Peter Spenger.

Schneller Wanderer

Für den abtretenden Christof Leemann in den Vorstand gewählt wurde Vincenzo Montinaro. Es sei wichtig, dass sowohl Ausserrhoden wie die Textilindustrie dort vertreten seien, sagt er. Zeit für eine Wanderung auf den Säntis hätte er gestern sowieso nicht gehabt, führte er doch Gäste durch seine AG Cilander in Herisau. Er kennt aber den schnellsten Weg. Das letzte Mal sei er mit Sefar-CEO und IHK-Vorstand Christoph Tobler hochgewandert. «Eigentlich rannten wir.» Um sechs Uhr morgens ging es auf der Schwägalp los, um halb neun kamen sie oben an. «Um halb zehn war ich frisch geduscht wieder im Büro.»