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GEWINNEINBRUCH: Huber + Suhner macht Margendruck zu schaffen

Schnelle Datenleitungen sind gefragt. Zugleich herrscht im Markt ein Preiskampf. Das belastet die Herisauer Huber + Suhner, die Teile der Infrastruktur herstellt.
Thorsten Fischer
Dank Ostschweizer Know-how kann im TGV auch bei rasanter Fahrt drahtlos kommuniziert werden. (Bild: Loïc Venance/AFP (Nantes, 8. November 2017))

Dank Ostschweizer Know-how kann im TGV auch bei rasanter Fahrt drahtlos kommuniziert werden. (Bild: Loïc Venance/AFP (Nantes, 8. November 2017))

Thorsten Fischer

An prestigeträchtigen Aufträgen mangelt es nicht: Huber + Suhner rüstet 140 französische Hoch­geschwindigkeitszüge der TGV-Flotte mit Kommunikationssystemen aus. Das Herisauer Unternehmen liefert ausserdem die Kabelgruppen und Steckverbinder für ein weltumspannendes Netz von Satelliten. Und ebenfalls 2017 erhielt es den Zuschlag für das Energieverteilsystem von elektrischen Bussen sowie Hybridlastwagen eines grossen europäischen Herstellers.

Trotz des flotten Wachstums musste der Ostschweizer Technologiekonzern einen Gewinneinbruch von rund 20 Prozent hinnehmen. Man habe zwar beim Ausbau der Mobilfunknetze auf den 4G/LTE-Standard Markt­anteile gewonnen, erklärt das Unternehmen. Doch just in diesem Bereich herrscht Margendruck, wie Huber + Suhner-Chef Urs Ryffel an der Jahresmedienkonferenz zeigte. Spürbar ist der Druck vorab bei grossen Aus­bauprojekten in preissensitiven Schwellenländern. Es kam hinzu, dass die Nachfrage nach bestimmten, profitablen Produkten in der Fiberoptik (Wellenlängenmultiplexer) im zweiten Halbjahr deutlich sank.

Das Potenzial bleibt sehr gross

Doch nicht alle Geschäfte hatten zu leiden. Die Verkabelung von Rechenzentren konnte zulegen, wie Ryffel sagte. Ein Bereich, der auch für die Zukunft einiges verspricht. Cloud-Dienste boomen, die Datenmengen nehmen rasant zu. Selbstläufer, die automatisch immer mehr Umsatz und Gewinn generieren, sind solche Märkte aber nicht. Huber + Suhner muss nah an der Technologie und den Kunden bleiben. Bei den Rechenzentren tut sie dies mit flexiblen und einfach zu installierenden Systemen und Kabeln.

Im Bahnmarkt ist die Lage auf den zweiten Blick ebenfalls herausfordernd. Zweifellos sind in den Zügen schnelle Datenverbindungen heiss begehrt, und das Ostschweizer Unternehmen besitzt hier die Fertigkeit, alle notwendigen Technologien zu kombinieren. Doch die Zahl der Rollmaterialhersteller respektive der Kunden hat durch Zusammenschlüsse in der Branche abgenommen. Regelrecht abheben dürfte in den nächsten Jahren die Raumfahrt. Dies, weil nun auch private Firmen Satelliten ins All befördern, und das nicht zu knapp. Chancen sieht Huber + Suhner in Technologien, die Hochfrequenzsignale abhörsicher über grössere Distanzen übertragen.

Für das gewinnmässig schwächere Jahr 2017 wird eine Dividende von 1.10 Franken pro Aktie beantragt, nach 1.25 Franken im Vorjahr. Laut Finanzchef Ivo Wechsler beträgt die Aus­schüttungsquote trotzdem noch 51 Prozent. Den Start ins laufende Jahr sieht der Technologiekonzern dank eines soliden Auftragsbestands und guter Nachfrage in wichtigen Märkten positiv. Die Marge soll sich erholen. Denn das Fachwissen von Huber + Suhner in der Verbindungstechnik wird in Zeiten des Datenbooms und der Elektromobilität langfristig gefragt bleiben, ist sich Unternehmenschef Ryffel sicher.

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