Gewerbe übt scharfe Kritik

Die Aufhebung der Untergrenze für den Euro von 1,20 Franken und der anschliessende Kurszerfall haben das Gewerbe Thurgau (TGV) stark getroffen.

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Die Aufhebung der Untergrenze für den Euro von 1,20 Franken und der anschliessende Kurszerfall haben das Gewerbe Thurgau (TGV) stark getroffen. «Insbesondere der Detailhandel in der Grenzregion hat die Folgen unmittelbar zu spüren bekommen», sagt der Präsident des Thurgauer Gewerbeverbandes Hansjörg Brunner. Er übt scharfe Kritik in diesem Zusammenhang an den SBB, welche als Sofortmassnahme ihre Transportkapazitäten nach Konstanz erhöhten, um auch von Zürich aus günstiger im Ausland einkaufen zu können. «Für eine mit hohen Schweizer Steuerbeträgen mitfinanzierte Unternehmung ist dieses Vorgehen inakzeptabel. Vor allem die Detaillisten im Grenzraum Thurgau hatten bereits in den vergangenen Jahren wenig Spielraum und mussten hart um den Erhalt ihrer Arbeits- und Ausbildungsplätze kämpfen.»

Es mag verlockend sein, Artikel des täglichen Bedarfs etwas günstiger im Ausland einzukaufen. Die mittel- und langfristigen Folgen könnten jedoch fatal sein. Es seien schliesslich die KMU-Betriebe im Thurgau und nicht in Konstanz, die Schweizer Jugendlichen eine Lehre und jungen Menschen einen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen, heisst es in einem Communiqué des TGV. Insgesamt seien es im Thurgau mehr als 7000 Lehrstellen. Leben, wohnen, ausbilden und arbeiten im Thurgau sei nur möglich, wenn sich die Unternehmen im harten wirtschaftlichen Umfeld auch in Zukunft behaupten können. (bor)