GETRÄNKE: Eistee schenkt beim Umsatz ein

Ramseier hat die niedrige Mostobsternte verschmerzen können. Grund ist unter anderem der erfolgreiche Einstieg in den Eisteemarkt. Der Umsatz bewegt sich auf dem Niveau des Vorjahres.

Stefan Borkert
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Die Ramseier-Mosterei in Oberaach ist 2017 wegen der schlechten Ernte bei weitem nicht ausgelastet gewesen. (Bild: Reto Martin)

Die Ramseier-Mosterei in Oberaach ist 2017 wegen der schlechten Ernte bei weitem nicht ausgelastet gewesen. (Bild: Reto Martin)

Stefan Borkert

Ramseier Suisse hatte den richtigen Riecher. Letztes Jahr lancierte der Getränkehersteller, der eine grosse Mosterei im thurgauischen Oberaach betreibt, zwei neue Produkte: Zisch und den Huus-Tee. Besonders der Einstieg in den Eisteemarkt, zunächst in der Gastronomie, brachte Erfolg. Ramseier teilt in einem Communiqué mit, dass der Huus-Tee so gut ankam, dass er aufgrund der hohen Nachfrage dieses Jahr auch im Detailhandel in die Regale kommt. Sowohl ­Huus-Tee als auch Zisch basieren laut Ramseier auf dem Konzept der leichten Erfrischung mit ­natürlichen Zutaten. Ramseier-Chef Christian Consoni sagt: «Der Trend hin zu natürlichen Produkten mit heimischen Rohstoffen hält an, und die Nachfrage bei den Konsumenten nach leichten Getränken steigt weiterhin stetig an.» Diese Entwicklung im hiesigen Getränkemarkt, hin zu leichten, natürlichen Produkten mit Schweizer Rohstoffen, lasse die Ramseier Suisse AG positiv ins neue Jahr blicken.

Consoni betont auch, dass mit Zisch und den weiteren Obstsaftprodukten das Unternehmen aktiv dazu beitragen wolle, dass die Hochstammobstbäume als Teil der Schweizer Kulturlandschaft wie auch die Obstvielfalt erhalten bleiben können. Jährlich verarbeitet das Unternehmen mehr als die Hälfte der gesamten Schweizer Mostobsternte.

In den drei Abfüllbetrieben in Sursee, Hochdorf und Elm wurden 2017 über 193 Millionen Einheiten produziert. Ramseier Suisse erzielte damit 2017 einen Umsatz von 149,5 Millionen Franken und erreichte dementsprechend den gleichen Betrag wie im Jahr 2016. Mit einem gegenüber dem Vorjahr stabilen Bruttoumsatz habe die Ramseier Suisse AG ihr finanzielles Ziel 2017 erreicht, sagt Consoni. Er fährt fort: «Dank diversen Investitionen und daraus resultierenden Prozessoptimierungen konnten die finanziellen Zielsetzungen erreicht werden.»

Er betont, dass die Traditionsmarken Ramseier, Sinalco, und Elmer gesamthaft, trotz des stark umkämpften Getränkemarktes und rückläufiger Gesamtmarktentwicklung im Bereich Obstsäfte und Erfrischungsgetränke, leicht über dem Vorjahresniveau abschliessen konnten. Das Umsatzniveau im Bereich der Handelsmarkenaufträge sei höher als im Vorjahr gewesen. Zu schaffen machte auch Ramseier dennoch die extrem niedrige Obsternte. Die Mostobsternte 2017 fiel so tief aus wie seit sechzig Jahren nicht mehr.

Standort Elm ist modernisiert worden

Ramseier verarbeitete in ihren hauseigenen Mostereien gesamthaft nur 14600 Tonnen Mostobst. Das entspricht gerade mal 35 Prozent des im Jahr 2016 verarbeiteten Mostobstes. Im Rekorderntejahr 2011 waren es 87000 Tonnen. Von 2012 bis 2016 wurden durchschnittlich 50000 Tonnen verarbeitet. Zurückzuführen ist der tiefe Ertrag auf die schlechten Wetterbedingungen. Im Segment Mineral konnte Ramseier hingegen gegenüber dem Vorjahr deutlich zulegen, heisst es im Communiqué weiter. Zum 90- Jahr-Jubiläum von Elmer investierte das Unternehmen 9 Millionen Franken in den Produktionsstandort Elm. Für das laufende Jahr erwartet Ramseier eine steigende Nachfrage nach Schweizer Produkten mit natürlichen Rohstoffen.

Ramseier beschäftigt 230 Mitarbeiter an fünf Standorten in der Schweiz. Ramseier ist eine Tochter der Fenaco-Gruppe. Die Ramseier Suisse AG in ihrer ­heutigen Form ist 2008 aus dem Zusammenschluss mehrerer Firmen entstanden.