Gespräche über AFG-Abbau

Zum Stellenabbau bei Arbonia-Forster in der Schweiz haben Treffen mit Sozialpartnern stattgefunden. Die Gespräche werden als transparent eingestuft.

Thorsten Fischer
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ARBON. Mitte August kündigte Bauausrüsterin AFG Arbonia-Forster Stellenverlagerungen ins Ausland an. Am Donnerstag hat es nun Gespräche zwischen Sozialpartnern und AFG gegeben. Syna-Zentralsekretär Guido Schluep gab auf Anfrage einen Überblick zum Stand der Dinge.

Der geplante Abbau von insgesamt bis zu 320 Stellen in der Schweiz betrifft verschiedene Zweige der Gruppe: Die Kunststofffenster-Produktion in Villeneuve untersteht laut Schluep dem GAV des Westschweizer Ausbaugewerbes und wird von den dortigen Syna-Vertretern betreut. Die AFG habe während des Gesprächs bestätigt, dass ein Massnahmenplan in Verhandlung sei, sagt Schluep. Die Fensterherstellung von EgoKiefer in Altstätten untersteht dem GAV des Schreinergewerbes. «Ein Treffen fand bereits vorige Woche statt, auch hier ist ein Sozialplan vorhanden. Die dortige Arbeitnehmervertretung würde, falls sich Bedarf ergeben sollte, die Gewerkschaften beiziehen.»

Am Standort Arbon gab es für die vom Abbau betroffene Sparte Raumwärmer laut Schluep zunächst widersprüchliche Signale zum Vorhandensein eines Sozialplanes. «Es hat sich aber gezeigt, dass Unterstützungsmassnahmen geplant sind, die dem Sozialplan der EgoKiefer AG Altstätten gleichkommen und die wir als gut einstufen.»

Auch wenn die Lage im europäischen und Schweizer Markt für Raumwärmer sehr schlecht sei – «der Verlust von rund 70 Stellen in Arbon ist für den Werkplatz Thurgau und die Betroffenen sehr schmerzhaft», unterstreicht Schluep. Die Konsultationsphase, bei der Mitarbeiter alternative Vorschläge zum Stellenabbau einreichen können, läuft bis 7. September. «Bisher haben wir, was den Ablauf angeht, ein gutes Gefühl: Es wird transparent informiert», sagt der Syna-Zentralsekretär.

Die Gespräche seien gut angelaufen, bestätigt auch Thomas Wepf, Regioleiter Unia. Auch er bedauert, dass weitere Produktionsstellen in der Schweiz abgebaut würden. Als Hauptgrund sieht er «den Fehlentscheid der Schweizerischen Nationalbank» zur Aufhebung des Euromindestkurses. Nun hoffe man, dass Vorschläge aus der laufenden Konsultation einflössen, so dass doch weniger Stellen abgebaut würden, betont Wepf.

AFG-Sprecherin Fabienne Zürcher sagte auf Anfrage, eine offene, transparente Kommunikation sei dem Unternehmen wichtig; ebenso wie die Gewerkschaften so früh wie möglich einzubinden.