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Geschäfte in der «letzten Diktatur»

Weissrussland stand im Mittelpunkt des IHK-Informationsanlasses in Kreuzlingen. Laut Experten bietet das Land gute Strassen, eine arbeitswillige Bevölkerung und ein gutes Bildungsniveau.
Christof Lampart
Die Bussnanger Stadler Rail baut in Weissrussland ein Werk auf. (Bild: Coralie Wenger)

Die Bussnanger Stadler Rail baut in Weissrussland ein Werk auf. (Bild: Coralie Wenger)

KREUZLINGEN. Die Veranstaltung fand nicht zufällig in den Geschäftsräumlichkeiten der Kreuzlinger Human Bios GmbH statt. Diese unterhält schon seit Jahren Geschäftsbeziehungen zu Weissrussland, das seit 1994 von Präsident Alexander Lukaschenko autoritär regiert und im Westen häufig als «letzte Diktatur Europas» bezeichnet wird.

160-Millionen-Markt

Am Informationsanlass wurde deutlich, dass viele Redner Weissrussland wegen der unterschiedlichsten Vorzüge schätzten. So sei beispielsweise das Strassennetz sehr gut ausgebaut, was für Logistikunternehmen ein grosser Vorteil sei, erklärte Felix Khersonski von der AsstrA Associated Traffic AG, Zürich. Zudem erschliesse die geltende Zollunion zwischen Russland, Kasachstan und Weissrussland jedem, der in Weissrussland investiere, auf einen Schlag einen Markt von 160 Millionen Personen. Von diesem wird in naher Zukunft auch Stadler Rail profitieren, errichtet doch der Schienenfahrzeughersteller aus Bussnang gegenwärtig ein Werk in Weissrussland, an dem auch der Staat zu 40 Prozent beteiligt ist, wie die Verkaufsleiterin bei Stadler Rail, für Zentral- und Osteuropa, Ludmila Bogdanova, vor über 25 Personen erläuterte. Auch seien die Weissrussen ein arbeitsames Volk, das in Berufszweigen wie Ingenieurskunst oder IT über viele Talente verfüge, betonte Friedrich Kisters. Zudem seien die Löhne im Vergleich mit Westeuropa sehr tief.

Handelsplus für die Schweiz

Was aber fast alle Redner betonen: Der Aufbau von Geschäftsbeziehungen zu Weissrussland läuft fast immer über den Staat. Der offeriert für interessante Projekte nicht nur Erleichterungen wie Steuererlass oder Subventionen – er strebt auch gleich eine Minderheitsbeteiligung an. Auch sei es vorteilhaft, wenn man in der Region um die Hauptstadt Minsk angesiedelt sei, denn hier würden «alle Entscheide getroffen», erklärte der in Minsk lebende Osec-Experte Pierre Zanetti.

Der Diplomat Leonid Shinkevich – er ist gegenwärtig in der Berner Botschaft Weissrusslands Geschäftsträger ad interim – stellte klar, dass die Handelsbilanz nach wie vor massiv zugunsten der Schweiz ausfalle. «Seit Anfang 2012 betrug der Handel zwischen der Schweiz und der Republik Belarus 260 Millionen US-Dollar.» Davon waren 257,4 Millionen Schweizer Exporte an Weissrussland. Die Schweizer Importe hingegen beliefen sich auf gerade mal 2,6 Millionen Franken. «das betraf vor allem Pilze und wildwachsende Beeren», so Shinkevich.

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