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Stimmung und Airline am Boden: Wie der Germania-Konkurs den Bodensee-Airport Friedrichshafen trifft

Die Pleite der Germania Fluggesellschaft trifft den Bodensee-Airport Friedrichshafen mitten ins Herz. Von den gut 540000 Passagieren letztes Jahr sind ein Drittel mit der Germania geflogen.
Stefan Borkert
Die Flugzeuge der Airline Germania heben auch in Friedrichshafen bis auf weiteres nicht mehr ab. (Bild: PD)

Die Flugzeuge der Airline Germania heben auch in Friedrichshafen bis auf weiteres nicht mehr ab. (Bild: PD)

Alle Hoffnungen sind verflogen. Noch am 19. Januar versprühte Germania-Chef Karsten Balke Optimismus: «Hinsichtlich unserer Finanzierungsbemühungen haben wir heute eine wichtige Zusage erhalten. Insgesamt geht die Unterstützung damit über den angestrebten Betrag von 15 Millionen Euro deutlich hinaus.»

Schnee von gestern. Die Germania hat am Montag, 4. Februar, Insolvenz angemeldet. Seither herrscht auch am Bodensee-Airport Friedrichshafen Krisenstimmung. In einem Communiqué heisst es:

«Mit fünf wöchentlichen Abflügen im Winterflugplan und einem umfangreichen Sommerflugplanangebot war Germania eine der wichtigen Fluggesellschaften am Bodensee-Airport.»

Rund ein Drittel der Fluggäste im Gesamtjahr 2018 entfielen demnach auf die Germania.

Viele Ostschweizer Fluggäste

Neben dem Flughafen Altenrhein wird der Regionalflughafen in Friedrichshafen von Ostschweizer Fluggästen und Passagieren aus Vorarlberg stark genutzt. Im Communiqué des Bodensee-Airports heisst es, dass im vergangenen Jahr etwa ein Drittel aller gut 540'000 Passagiere am Bodensee mit Germania geflogen sind. Zuletzt war die Airline fünfmal pro Woche von Friedrichshafen gestartet.

Schaut man den Flughafenparkplatz in Friedrichshafen an, dann fällt auf, dass etwa ein Drittel der Kontrollschilder aus der Schweiz, die meisten aus der Region Ostschweiz stammen. Michael Nachbaur von Highlife-Reisen in Götzis sagt, dass der Konkurs sicher Tausende Ostschweizer und Vorarlberger Fluggäste betreffe. Er erinnert sich noch gut an das Aus von Intersky und die Probleme, die dann der Flughafen in Friedrichshafen bekommen hat.

Flüge zum Einkaufspreis

Wie der Bodensee-Airport selbst, empfiehlt auch er allen Reisenden mit Pauschalreisen, sich an den Veranstalter zu wenden. Dieser müsse für Ersatz besorgt sein. Wer nur einen Flug gebucht hat, der schaut erst einmal in die Röhre. Allerdings bietet Highlife, wie andere Unternehmen aus der Branche auch, den Betroffenen Hand. «Wir bieten die Flüge zu unserem Einkaufspreis an», so Nachbaur. Kunden müssten nur das Germaniaticket nachweisen.

Derweil hat beim Bodensee-Airport die fieberhafte Suche nach Ersatz für die Germania begonnen. Flughafenchef Claus-Dieter Wehr sagt:

«Für die Region und den Bodensee-Airport ist der Ausstieg der Germania äusserst bedauerlich.»

Die von hier aus angebotenen Routen könnten wirtschaftlich erfolgreich betrieben werden, weil es einen attraktiven Markt gebe. Man sei zuversichtlich, ein passendes Flugangebot zu finden.

Schweizer Schwester fliegt weiter

Nicht betroffen von der Insolvenz ist die Schweizer Schwesterfirma Germania Flug AG. An der 2014 gegründeten Schweizer Germania Flug AG mit Firmensitz in Opfikon mit seinen 50 Mitarbeitern und den drei Flugzeugen ist die Germania zu 40 Prozent beteiligt. Der restliche Aktienanteil ist in den Händen von Schweizer Privatinvestoren. Die Schweizer Airline bedient 13 Ziele in Nordafrika und Europa und fliegt unter anderem auch regelmässig Pristina im Kosovo an. Bei der Germania Flug AG verweist ein Sprecher auf die offizielle Medienmitteilung. Die Germania Flug AG sei durch die Insolvenz nicht betroffen, heisst es. Der Verwaltungsrat der Germania Flug AG, Urs A. Pelizzoni, beteuert, dass der Flugbetrieb aus der Schweiz planmässig weitergeführt werde. «Wir sind auf Kurs, der laufende Winterflugplan und der Sommerflugplan 2019 werden wie geplant aufrechterhalten und die Planung für den Winter 2019/2020 läuft bereits.» (bor)

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