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Germania kämpft mit Geldsorgen

Der Bodensee-Airport Friedrichshafen hat positive Nachrichten zu vermelden. Die Zahl der Passagiere ist 2018 angestiegen. Doch plötzlich steckt die wichtigste Fluggesellschaft in finanziellen Nöten.
Stefan Borkert
Der südlichste deutsche Flughafen in Friedrichshafen ist letztes Jahr von mehr Fluggästen genutzt worden. (Bild: PD)

Der südlichste deutsche Flughafen in Friedrichshafen ist letztes Jahr von mehr Fluggästen genutzt worden. (Bild: PD)

Der Bodensee-Airport gehört zu den kleineren deutschen Flughäfen. In der Vergangenheit hat der Flughafen immer wieder mit Problemen von Fluggesellschaften zu kämpfen gehabt. Die Turbulenzen am Markt haben nicht alle überstanden. Dann sah Geschäftsführer Claus-Dieter Wehr ruhigeren Zeiten entgegen. Immerhin konnte der Regionalflughafen die Passagierzahlen vergangenes Jahr um fünf Prozent gegenüber 2017 steigern. In ­Zahlen waren das 2018 rund 540000. Damit lag der Flughafen im Soll. Wehr hatte mit ziemlich genau dieser Zahl gerechnet. Für schwarze Zahlen ist das noch zu wenig. Wehr sagt, dass es dafür 600000 Fluggäste brauche.

Einen massgeblichen Anteil an der Zunahme der Passagiere hatte die Fluggesellschaft Germania. Sie hat ihr touristisches Angebot ab Friedrichshafen um mehr als 15 Prozent deutlich aufgestockt. Neben der im Sommer täglich bedienten Topdestination Mallorca waren vor allem die Strecken in die Türkei und Griechenland erfolgreich, heisst es in einem Communiqué. Dieses Jahr wird Germania zusätzlich Ibiza und Sardinien direkt anfliegen.

Und dann das: Ausgerechnet die Germania ist von Geldsorgen geplagt. Der «wichtigste Wachstumsträger», wie Wehr Germania nannte, muss ein Millionenloch stopfen. Bei der Fluggesellschaft selber wird schon von der Lösung der Liquiditätsprobleme gesprochen. Karsten Balke, Geschäftsführer der Germania sagte vor knapp zwei Wochen: «Hinsichtlich unserer Finanzierungsbemühungen haben wir eine wichtige Zusage erhalten. Insgesamt geht die Unterstützung damit über den angestrebten Betrag von 15 Millionen Euro deutlich hin­aus.» Damit sei die mittel- und langfristige Perspektive der Germania als unabhängige mittelständische Fluggesellschaft gesichert. Weiter teilt Germania mit, dass die Buchungslage gut sei. Die Vorausbuchungszahlen für die kommenden Monate und den gesamten Sommerflugplan 2019 lägen über dem Vorjahreswert.

Flugbetrieb wird nicht eingeschränkt

Fluggäste, Lieferanten und Vertragspartner könnten somit auch zukünftig auf die Leistungsfähigkeit der Germania Fluggesellschaft vertrauen. Und beim Flugbetrieb gebe es keine Einschränkungen. «Wir erwarten nicht, dass der Verkehr eingestellt wird», sagte auch Flughafensprecher Andreas Humer-Hager gegenüber der Regionalzeitung «Südkurier».

Flughafen-Chef Wehr lässt sich seinen Optimismus durch die Turbulenzen bei Germania indes nicht nehmen: «Trotz eines zunehmend herausfordernden Umfeldes rechnen wir für 2019 mit weiter deutlich steigenden Passagierzahlen.» Man sei optimistisch, dass sich der Aufwärtstrend nicht zuletzt mit neuen attraktiven Strecken und zusätzlichen Kapazitäten fortsetzen werde. Zehn Airlines haben letztes Jahr Friedrichshafen regelmässig angeflogen.

Auch die Regionalfluggesellschaft Sun-Air, die seit Juni 2018 als Franchisepartner von British Airways die Strecke nach Düsseldorf bedient, trug zu den steigenden Passagierzahlen bei. Für 2019 werde sich diese Entwicklung verstärken, wenn Sun-Air mit der Aufnahme von zwei täglichen Verbindungen nach Hamburg ihre Präsenz in Friedrichshafen mehr als verdopple, heisst es in einer Mitteilung.

Sun-Air ist eine dänische Regionalfluggesellschaft, die eng mit British-Airways verbandelt ist. Vor einem Brexit fürchtet man sich nicht, da die Airline in Dänemark und somit in der EU regis­triert ist.

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