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Konsumenten greifen zu Appenzeller Käse wie noch nie

Ein überdurchschnittlicher Heimkonsum, Innovationen und Absatzerfolge im wichtigsten Exportmarkt Deutschland haben der Sortenorganisation Appenzeller Käse ein Rekordjahr beschert.

Thomas Griesser Kym
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Appenzeller Käse im Lager der Schaukäserei Stein AR.

Appenzeller Käse im Lager der Schaukäserei Stein AR.

Bild: Ralph Ribi (21. März 2018)

Wegen der Pandemie sind viele Menschen öfter zu Hause als üblich, und weil Ferien und andere Vergnügungen wie Restaurantbesuche ausfallen, gönnen sie sich gerne was in den eigenen vier Wänden. Das trifft auch bei der Verpflegung zu.

Davon profitiert hat auch der Appenzeller Käse. Seine Sortenorganisation berichtet für 2020 von einem Rekordjahr. So stieg die Produktion um 13,8 Prozent auf 10'010 Tonnen und der Absatz um 9,6 Prozent auf 9646 Tonnen.

Neuer Käse und Bio kommen gut an

Appenzeller Kaltbach.

Appenzeller Kaltbach.

Bild: PD

Die verkaufte Menge verteilt sich je fast genau hälftig auf den Heimatmarkt Schweiz und den Export. Weil der Absatz in der Schweiz mit 15 Prozent gut dreimal stärker wuchs als im Ausland (+4,6 Prozent), sank der Exportanteil von 52,4 auf 50,1 Prozent.

Appenzeller Rahmkäse.

Appenzeller Rahmkäse.

Bild: PD

In der Schweiz hat die Sortenorganisation einen starken Anstieg des Heimkonsums beobachtet. Dies einerseits wegen der Pandemie, andererseits aber spielen auch Innovationen eine Rolle. So meldet die Organisation kräftige Verkäufe beim Appenzeller Rahmkäse, der Ende 2019 auf den Markt kam, und beim Appenzeller Kaltbach, der Mitte März 2020 lanciert wurde. Bedeutend zugelegt hätten auch die beiden Appenzeller Biokäse und der Appenzeller Edel-Würzig.

Deutschland stützt das Exportgeschäft

Der Exportabsatz ist vor allem dank des wichtigsten Auslandmarkts Deutschland gestiegen. Dort nahm die Verkaufsmenge um 6,3 Prozent auf 3847 Tonnen zu. Das sind 80 Prozent aller Auslandverkäufe und 40 Prozent des gesamtes Verkaufs an Appenzeller Käse. Man habe in Deutschland auf Preiserhöhungen verzichtet und so beim Absatz zugelegt, während andere Sortenorganisationen nach Preisaufschlägen kaum gewachsen seien oder gar an Volumen verloren hätten.

Einbussen erlitt der Appenzeller Käse in Frankreich und Italien, während er in den USA und Kanada leicht zulegte. Insgesamt stabil blieben die Verkäufe in den Beneluxstaaten, in Skandinavien, Spanien und im übrigen Europa, wobei sich gezeigt habe, dass Konsumenten trotz oder gerade wegen der Krise gerne zu etwas teureren Produkten gegriffen hätten.