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Uhrenbranche ist wieder in - auch bei Jungen

Heute beginnt der fünftägige Genfer Uhrensalon. Die Zahl der Arbeitsplätze in der Uhrenindustrie ist 2018 nach einer Baisse wieder gestiegen. Es zieht viele Junge in die Branche.
Rebekka Balzarini
Eine Lernende an der Uhrmacher-Fachschule Cifom in Le Locle. (Patrick Hürlimann/Keystone, 21. Juni 2018)

Eine Lernende an der Uhrmacher-Fachschule Cifom in Le Locle. (Patrick Hürlimann/Keystone, 21. Juni 2018)

Während des Uhrensalons in Genf bringen sich die Luxushäuser der Uhrenbranche in Position. Cartier, IWC und Montblanc gehören zu den Ausstellern, die diese Woche während fünf Tagen ihre schönsten Uhren vorstellen. Vier Tage sind die Türen nur für Händler und Medienschaffende geöffnet, an einem Tag erhält auch die Öffentlichkeit Zutritt.

Wenn sie ihre neusten Entwicklungen präsentieren, dürften die meisten Ausstellerfirmen nach China schielen. Dort werden die meisten Luxusuhren verkauft, in den letzten Monaten hat der Markt aber geschwächelt.

Junge wollen teure Uhren

Gemäss dem CEO von Audemars Piguet (AP), François-Henry Bennahmias, werden jüngere Kunden auch für Luxusmarken immer wichtiger. Der Durchschnittskunde von AP sei mit 30 bis 35 Jahren um zehn Jahre jünger, als dies noch vor zehn Jahren der Fall gewesen sei, sagte er in einem Interview mit der NZZ. Man stelle sich daher die Frage, wie die 15- bis 22-Jährigen erreicht werden könnten. (lb)

Trotz der erneuten Baisse in Asien: Es geht wieder aufwärts in der Uhrenbranche, zumindest was die Arbeitsplätze angeht. Im Jahr 2018 sind laut dem Arbeitgeberverband der Uhrenindustrie, Convention patronale de l’industrie horlogère suisse (CP), rund 3000 neue Stellen entstanden, das entspricht einem Anstieg von 5 Prozent. In den Jahren davor war die Beschäftigung zwei Jahre in Folge zurückgegangen: 2016 um 3,4 Prozent und 2017 um 3,3 Prozent. Der CP rechnet laut eigenen Angaben nicht damit, dass sich die schlechteren Zahlen aus den asiatischen Märkten bald wieder in einem Job­abbau niederschlagen werden.

Traumberuf Uhrmacher

Historisch gesehen ist der kurzzeitige Rückgang bei den Exportzahlen und den Arbeitsplätzen relativ glimpflich verlaufen. Die Uhrenbranche in der Schweiz ist seit rund 20 Jahren im Aufwind. In den Neunzigerjahren fand die Branche aus ihrer langjährigen Krise, weil Uhren plötzlich zu einem Massenprodukt wurden. Gleichzeitig stieg in Schwellenländern die Nachfrage nach Luxusuhren. Diese Entwicklung führte dazu, dass in der hiesigen Uhrenindustrie fast 30 000 Arbeitsplätze entstanden.

Mit dem Aufschwung ist die Branche auch bei Lernenden wieder beliebt geworden. Die Zahl der Auszubildenden in der Uhrenindustrie hat sich in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt, wie eine Statistik des CP zeigt. Im Jahr 2007 haben insgesamt 216 Lernende eine Berufslehre in der Uhrenindustrie abgeschlossen. Im Jahr 2017 waren es bereits 410. Für 2018 liegen laut dem CP noch keine Zahlen vor. In der Statistik erfasst der Verband auch Berufslehren als Uhrenarbeiter, Mikromechaniker, Mikrozeichner, Polisseur und Oberflächenveredler.

Die Berufslehre als Uhrmacher ist bei den Jugendlichen besonders beliebt. Das sagt etwa Daniel Wegmüller, der Rektor der Uhrmacherschule ZeitZentrum in Grenchen. Die Schule gibt es schon seit 1884. «Seit dem Revival der mechanischen Armbanduhren in diesem Jahrtausend hat die Zahl der Lehrstellen wie auch Lehrstelleninteressenten parallel zugenommen», sagt Wegmüller. Am vermittelten Stoff habe sich dagegen nicht viel geändert. «Trotz der grossen Zahl von digitalen Uhren liegt der Fokus in der Grundausbildung auf mechanischen Uhren.»

Berufsbild hat sich stark gewandelt

Auch die Swatch Group spürt das Interesse der Jugendlichen an Uhrmacher-Ausbildungen.

«Wir erhalten ein Vielfaches an Bewerbungen.»

schreibt das Unternehmen auf Anfrage. Die Swatch Group bildet Jugendliche in drei verschiedenen Berufsrichtungen aus. Neben der klassischen Berufslehre als Uhrmacher EFZ gibt es zusätzlich die Ausbildungen als Uhrmacher Produktion EFZ und Uhrenarbeiter. Die Swatch investiere bewusst in den Berufsnachwuchs, schreibt ein Sprecher. «So können wir die Entwicklung und die Produktion der Uhrwerke und Uhren sicherstellen.» Das Berufsbild der verschiedenen Uhrmacherberufe hat sich laut dem Sprecher in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Die Uhrmacher Produktion würden heute nur noch selten ­Uhren von A bis Z montieren und sich eher auf das Qualitätsmanagement konzentrieren. Die Uhrmacher EFZ seien dagegen besonders wichtig im Entwicklungsprozess für neue Uhrwerke.

Die Uhrmacher machen laut dem CP weniger als 10 Prozent der Angestellten in der Uhrenindustrie aus. Die meisten Angestellten arbeiten in Mechanikerberufen. Aber auch Verkaufspersonal oder Markenbotschafter sind für die Uhrenbranche wichtig. Zahlreiche davon werden diese Woche in Genf unterwegs sein, um für ihr jeweiliges Unternehmen zu werben.

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