Gemeinsame Zukunft vor Augen

Die Bank CA St. Gallen und die Swissregiobank wollen eine neue Ostschweizer Regionalbank schaffen. Dabei schliessen sie ihre Marktgebiete und Ressourcen zusammen. Noch steht viel Detailarbeit an. Das letzte Wort haben die Aktionäre.

Thorsten Fischer
Drucken
Teilen

St. Gallen/Gossau. Aus den zwei grossen unabhängigen Regionalbanken Bank CA St. Gallen und Swissregiobank soll eine neue Kraft im Ostschweizer Markt entstehen. Das neue Finanzinstitut wird vom Bodensee bis zum Zürichsee tätig sein. Dieses Ziel hält der Verwaltungsrat beider Banken schriftlich in einer Absichtserklärung fest. In den vergangenen Wochen wurden verschiedene Strategien für eine Zusammenarbeit geprüft.

Wie die neue, weiterhin selbständige Bank heisst, und wie die geplante Fusion abläuft, ist noch offen. Bis kommenden Juli sollen die genauen Eckwerte feststehen. Entsprechende Arbeitsgruppen stehen in den Startlöchern. Im Herbst 2011 werden dann die Aktionäre aufgrund dieser Informationen endgültig über ein Zusammengehen abstimmen. Beide Banken haben ein breit gestreutes Aktionariat, zu dem auch viele langjährige Kunden zählen.

Mit soliden Gewinnen

Die Fusionskandidaten bezeichnen sich als «kerngesund». Die Bank CA macht in der Agglomeration St. Gallen mit 81 Mitarbeitenden und einer Bilanzsumme von 1,8 Mrd. Fr. 16 Mio. Fr. Bruttogewinn. Die Swissregiobank beschäftigt 75 Mitarbeitende, hat eine Bilanzsumme von 1,6 Mrd. Fr. und weist brutto 10,9 Mio. Fr. Gewinn aus. Ihr Einzugsgebiet reicht von Gossau über Wil ins Toggenburg bis zum oberen Zürichsee.

Der Grund für das Zusammengehen liegt denn auch im Marktumfeld. Die Präsidenten Niklaus Staerkle (Bank CA) und Markus Isenrich (Swissregiobank) gehen übereinstimmend davon aus, dass dieses in Zukunft noch anspruchsvoller wird. So muss jede Bank, unabhängig von ihrer Grösse, zahlreiche Regeln zu Corporate Governance und Transparenz erfüllen. Kleinere Banken belastet dieser Aufwand relativ gesehen stärker als grössere Institute. Gleichzeitig ist mit steigenden Kosten für die Infrastruktur zu rechnen. Mit mehr Gewicht im Rücken, das die Banken durch den Zusammenschluss erreichen würden, liessen sich diese Herausforderungen einfacher bewältigen, lautet der Tenor. Aber auch die Kunden sollen profitieren – indem die regionale Präsenz gestärkt wird oder volumenmässig grössere Projekte finanziert werden können. Zudem rechnen sich die Verantwortlichen aus, als Arbeitgeber noch attraktiver zu werden. Auf diese Weise könnte man dann im harten Ringen um Fachkräfte besser punkten.

Da die Marktgebiete der beiden Banken unmittelbar aneinander grenzten und bereits seit Jahren eine intensive Zusammenarbeit praktiziert werde – etwa im gemeinsamen Bankenservice-Zentrum Finanz-Logistik AG –, hat sich laut CA-Präsident Staerkle eine gemeinsame Zukunftsbewältigung unter einem Dach «geradezu angeboten». Swissregio-bank-Präsident Isenrich bestätigte, dass es keine Überschneidungen gebe. Vielmehr handle es sich um «eine erwünschte Erweiterung und Ergänzung». Geplant ist demnach ein Expansionskurs – was somit auch positive Signale fürs Personal setzt.

Zwei weitere Banken winken ab

Angefragt für ein Zusammengehen wurden auch noch weitere Banken, beispielsweise die St. Galler Vadian Bank und die Alpha Rheintal Bank. Beide erteilten einer Zusammenarbeit aber gestern eine Absage.

Die Vadian Bank erklärte, man werde sich nicht an der geplanten Fusion zwischen Bank CA und Swissregiobank beteiligen. Man setze weiterhin auf die Strategie als «bürgerliche Privatbank in St. Gallen», getragen vom Aktionariat der Ortsbürgergemeinde St. Gallen.

Verwaltungsrat und Geschäftsleitung der Alpha Rheintal Bank kamen zum Schluss, dass sie ihre Strategie als selbständige Regionalbank weiterführen wollten und am Projekt nicht teilnähmen. Das bestehende Geschäftsmodell – alle Bankdienstleistungen allen Kundentypen anzubieten – solle fortgeführt werden. Man erachte die mögliche neue Bank aber auch künftig als wichtigen Partner, hiess es weiter. Die im gemeinsamen Bankenservice-Zentrum Finanz-Logistik AG erbrachten Dienstleistungen seien «wesentliches Element der Zusammenarbeit».

Aktuelle Nachrichten