GELDPOLITIK: US-Notenbank hält Kurs

Die Federal Reserve belässt ihren Leitzins unverändert im Zielkorridor von 0,75 bis 1,0 Prozent.

Renzo Ruf, Washington
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Renzo Ruf, Washington

Die amerikanische Notenbank hält Kurs. Nach einer zwei Tage dauernden Sitzung beschlossen die neun Mitglieder des Offenmarktauschusses der Federal Reserve einstimmig, den Leitzins nicht erneut zu erhöhen. Damit bleibt die Federal Funds Rate auf 0,75% bis 1%, wie dies von den Marktbeobachtern prognostiziert worden war. Zuletzt hatte die Federal Reserve die Zinsen im März um einen Viertelprozentpunkt erhöht. In einer schriftlichen Stellungnahme zeichnet die Notenbank ein recht optimistisches Bild von der amerikanischen Wirtschaft, obwohl sich das Wachstum im 1. Quartal 2017, hochgerechnet auf das gesamte Jahr, nur auf 0,7% belaufen hatte.

Diese kleine Delle sei aber wohl nur vorübergehend, sagen die Währungshüter in ihrem Communiqué. Denn das Wachstum auf dem Arbeitsmarkt sei weiterhin «solide», die amerikanischen Konsumenten zeigten sich recht spendierfreudig und die Inflation nähere sich nun tatsächlich dem Fed-Zielband von 2% an. Die Wirtschaft stehe damit auf einer soliden Basis, und der Ausblick in die Zukunft deute nicht auf eine Verschlechterung hin. Offen ist nun, ob der Offenmarktausschuss unter der Fed-Vorsitzenden Janet Yellen im Juni an der nächsten Sitzung erneut an der Zinsschraube drehen wird. Beobachter zeigten sich vorsichtig optimistisch, auch mit Verweis auf Formulierungen in der Stellungnahme der Notenbank. Eine Rolle könnte auch spielen, welche Fortschritte die Regierung von Präsident Donald Trump bei der Verwirklichung ihres politischen Programms macht.

Sollte es den Republikanern gelingen, bis zur nächsten Fed-Zusammenkunft das Gerüst für eine massive Steuersenkung zu zimmern und die Details eines Infrastrukturprogramms vorzulegen, dann sähen sich die Notenbanker wohl gezwungen, eine weitere Zinserhöhung zu beschliessen – auch um zu verhindern, dass sich die Wirtschaft überhitzt. Bisher gaben sich führende Notenbanker skeptisch ­darüber, dass es Trump gelingen wird, die Konjunktur massiv anzukurbeln. Dies sei aber auch gar nicht nötig, sagte Fed-Chefin Yellen, verspürten die USA doch ­Rückenwind, auch weil sich die globale Lage beruhigt habe.

Weltweit präsentiere sich die Wirtschaft nun «leicht robuster», sagte Yellen kürzlich. Beobachter gehen davon aus, dass die Federal Reserve im laufenden Jahr noch zwei weitere Zinserhöhungen beschliessen wird.