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GELDPOLITIK: EZB zieht lockeren Kurs durch

Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt die Leitzinsen auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Im Auge behalten will EZB-Chef Mario Draghi den starken Kursanstieg des Euro.

«Die jüngsten Wechselkursschwankungen stellen eine Quelle der Unsicherheit dar», sagte Draghi gestern in Frankfurt. Dies müsse weiter beobachtet werden. Der Euro hat seit Mitte Dezember mehr als sechs Prozent zugelegt. Die Devisenmärkte reagierten am Donnerstag mit deut­lichen Schwankungen auf die Aussagen des EZB-Präsidenten.

Der zuvor zum Dollar klar schwächere Euro zog daraufhin wieder kräftig an und stieg um rund einen US-Cent bis auf 1.2537 Dollar. Auch zum Franken gewann die Gemeinschaftswährung wieder klar an Wert. Demgegenüber büsste der Dollar zum Franken ein und sank bis auf 0.9358 Franken hinab, den tiefsten Wert seit August 2015.

Zu der Euro-Kursrally haben auch die jüngsten Protokolle der Dezember-Zinssitzung beigetragen. Darin deutete die EZB an, früh in diesem Jahr ihren Ausblick zu überprüfen. Marktteilnehmer hatten daraufhin auf eine erste Zinsanhebung bereits in diesem Jahr spekuliert. Das sei allerdings wenig wahrscheinlich, sagte Draghi nun. Die Diskus­sionen über den Ausblick hätten noch gar nicht richtig begonnen.

Die Zentralbank bekräftigte, die Schlüsselzinsen würden weit über die Zeit der Anleihenkäufe hinaus auf dem aktuellen Niveau bleiben. EZB und nationale Notenbanken erwerben derzeit Wertpapiere im Volumen von 30 Milliarden Euro pro Monat, um die Inflation anzuheizen. Sie wollen die vor allem in Deutschland umstrittenen Käufe noch bis mindestens September fortsetzen.

Kein abruptes Ende

Wie es danach weitergehe, sei im EZB-Rat nicht diskutiert worden, sagte Draghi. Zumindest verwies er auf seine frühere Äusserung, das Programm werde nicht abrupt enden. Die EZB und die nationalen Notenbanken erwerben bereits seit März 2015 in grossem Stil Staatsanleihen und andere Wertpapiere. Mit den Käufen wollen die Euro-Wächter Banken dazu bewegen, weniger in diese Papiere zu investieren und stattdessen mehr Kredite an Firmen und Haushalte auszureichen. Zur Wirtschaft im Euro-Raum sagte Draghi, sie sei weiter im Aufwind. Der Italiener sprach von einem «robusten Tempo der wirtschaftlichen Expansion». (rtr/dpa)

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