Geld für Investitionen fehlt

Der Frankenschock drückt auf die Marge: Mehr als jeder zweite Schweizer Industriebetrieb verdient zu wenig Geld für die Finanzierung existenzsichernder Investitionen.

Daniel Zulauf
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Das Fazit einer Betriebsbefragung, die der Verband der Schweizer Metall-, Elektro- und Maschinen-Industrie (Swissmem) im Januar und Februar unter seinen Mitgliedsfirmen durchgeführt hat, ist trostlos. 23% der Unternehmen schreiben operativ rote Zahlen, und bei 34% ist die Gewinnspanne «unbefriedigend». Nur 43% arbeiten mit industrieüblichen oder sogar mit sehr guten Margen.

Im Vergleich zum ersten Frankenschock, den die Nationalbank 2011 mit dem Euro-Mindestkurs beantwortete, hat sich die Lage deutlich verschlechtert. 2014, im Jahr vor der Aufhebung des Mindestkursregimes operierten noch 70% der befragten Gesellschaften mit üblichen oder sehr guten Margen. Nur 7% waren defizitär. Jenseits der misslichen Geschäftslage kämpfen die Unternehmen auch mit schwierigen Finanzierungsbedingungen.

Finanzierung durch Banken funktioniert schlecht

Verbandspräsident Hans Hess sagte gestern am Rande der Medienkonferenz in Zürich unverblümt, die Finanzierung der industriellen KMU durch das Bankensystem funktioniere nur schlecht. Die Branche sei gezwungen, via Verband komplizierte Methoden zur Selbsthilfe anzuwenden. Die Forderung nach einem breit abgestützten KMU-Fonds mit Unterstützung der SNB, wie sie der Industrie-KMU-Verband Swissmechanic im Januar aufgestellt hat, ist für Hess aber «allzu interventionistisch», als dass sie Swissmem unbesehen unterstützen könne. Viele Industriefirmen sind in einem Teufelskreis zwischen ungenügendem Geschäftsgang und einem unzureichenden Zugang zu neuen Finanzierungshilfen gefangen. Sie sind deshalb nicht in der Lage, dringend nötige Investitionen tätigen zu können. Der Investitionsrückstau macht diese Firmen für potenzielle Kreditgeber noch unattraktiver.

Als Reaktion auf die dramatisch schlechtere Profitabilität haben, gemäss Swissmem-Umfrage, 20% der Firmen Teile oder die gesamte Produktion ins Ausland verlagert. 23% haben die Investitionen reduziert, und ein Drittel der Unternehmen hat Stellen abgebaut. Allein in den vergangen 24 Monaten hat sich die Zahl der Beschäftigten in der Schweizer Mem-Industrie um 12600 auf 317600 verringert.

Daniel Zulauf