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Wachstum: Gebäudezulieferer Arbonia verbucht Fortschritte

Die Arbonia-Gruppe hat im ersten Semester Umsatz und Ertragszahlen verbessert. Die Übernahmen in der Heiztechnik und im Türengeschäft scheinen sich bezahlt zu machen, und vor allem im Osten Europas und in Deutschland wird in den Ausbau der Produktion investiert. Kehrseite der Medaille: Am Standort Schweiz schrumpft die Arbonia-Gruppe.
Thomas Griesser Kym
Am Hauptsitz der Arbonia-Gruppe in Arbon. (Bild: Keystone/Gaëtan Bally)

Am Hauptsitz der Arbonia-Gruppe in Arbon. (Bild: Keystone/Gaëtan Bally)

646 Millionen Franken hat die Arbonia-Gruppe mit Hauptsitz in Arbon im ersten Halbjahr 2018 umgesetzt. Das sind 16 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Das Betriebsergebnis auf Stufe Ebitda wuchs um 13 Prozent auf 40,5 Millionen, jenes auf Stufe Ebit um 12 Prozent auf 8,4 Millionen. Die Zahlen sind um Sondereffekte bereinigt und auch um die ehemaligen Geschäftsbereiche Industriedienstleistungen und Profilsysteme, die von der Arbonia im zweiten Semester 2017 abgestossen worden waren, weil sie nicht mehr zum Kerngeschäft gezählt wurden.

Dieses Kerngeschäft gliedert sich in vier Divisionen: Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik (HLK), Sanitär, Fenster sowie Türen. Alle vier Divisionen haben ihre Umsätze gesteigert und sind mehr oder weniger profitabel. Hauptmärkte sind Deutschland und die Schweiz, wo der Wohnungsbau weiterhin auf hohem Niveau läuft, nun aber in der Einschätzung der Arbonia allmählich etwas an Dynamik einbüssen dürfte. Ein Grund dafür ist vor allem in Deutschland ein Engpass an ausgebildeten Handwerkern, wobei zum Beispiel Sanitär- und Heizungsinstallateure fehlen. Das heisst: Arbeit wäre reichlich vorhanden, aber es gibt zu wenig Hände, um sie zu bewältigen. Auch in Polen, einem weiteren wichtigen Markt der Arbonia, zeichne sich mittelfristig ein Fachkräftemangel ab.

Aufbau in Deutschland, Abbau im Rheintal

Um sich als umfassender Gebäudezulieferer zu positionieren, investiert die Arbonia und rundet ihr Portfolio durch Übernahmen ab. Im ersten Halbjahr wurden in Standorte 50 Millionen Franken gesteckt, für 2019 sind weitere Investitionsprogramme im Volumen von über 100 Millionen aufgegleist. Im deutschen Plattling hat die Arbonia massiv in den HLK-Standort investiert, um Kosten zu senken und die Produktivität zu erhöhen. Im Grossraum Moskau ist im laufenden Semester ein neues Werk zur Herstellung von Flachheizkörpern für den Maschinenpark bezugsbereit. In der Fensterdivision fährt die Arbonia zurzeit die Produktion im deutschen Langenwetzendorf «auf ein Vielfaches der Vorjahresmenge» hoch, und man habe dort trotz Anspannung auf dem Arbeitsmarkt den Personalbestand in der Zwischenzeit verdoppelt. Dieser Standort soll 2019 das Ego-Kiefer-Werk in Altstätten vollständig ablösen. Die Slovaktual in der Slowakei hat im ersten Semester unter anderem eine der modernsten Isolierglasanlagen Europas in Betrieb genommen.

Arbonia-Chef und Verwaltungsratspräsident Alexander von Witzleben. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

Arbonia-Chef und Verwaltungsratspräsident Alexander von Witzleben. (Bild: Keystone/Walter Bieri)

Im Türengeschäft investiert die Arbonia intensiv in die zwei Werke in Deutschland und die Fabrik in Polen, die an der Kapazitätsgrenze arbeiten. Diese Werke der Gesellschaften Prüm, Garant und Invado waren im Zuge der Übernahme der Looser-Gruppe zur Arbonia gestossen, und sie ergänzen die Türen der Roggwiler RWD-Schlatter, die bereits Teil der Arbonia war. In der Schweiz habe man das Geschäft mit dem Fachhandel mit Funktionstüren der RWD Schlatter und mit Standardtüren von Prüm entscheidend stärken können. Allerdings habe hierzulande der Margendruck wegen steigender Einkaufspreise zugenommen, was besonders auf die RWD-Schlatter-Margen drückte und Preiserhöhungen erforderlich machte, die der Markt erst zögerlich, dann aber doch auf breiter Front akzeptiert habe.

Leichter Dämpfer in Sicht

Planmässig verläuft laut Arbonia die Integration der belgischen Vasco Group, der Marktführerin für Heizkörper in den Benelux-Staaten. Die Arbonia hatte Vasco per Mitte Mai 2018 für 62 Millionen Franken übernommen. Hochgerechnet auf das ganze erste Halbjahr setzte sie 51 Millionen um.

Im laufenden zweiten Semester dürfte sich das Wachstum der Umsätze und Erträge leicht abschwächen, prognostiziert die Arbonia. Als Gründe nennt sie verhaltenere Konjunkturprognosen in ihren Hauptmärkten, politische Risiken, steigende Löhne, den Fachkräftemangel usw. Dennoch hält die Arbonia für ganz 2018 an ihrer Erwartung fest, den Umsatz organisch um 3 Prozent zu steigern und ein Betriebsergebnis auf Stufe Ebitda von mindestens 110 Millionen Franken erarbeiten zu können. Für 2019 werden 125 Millionen Ebitda sowie 3 bis 5 Prozent mehr Umsatz in Aussicht gestellt. Für 2018 will das Unternehmen mit 7900 Mitarbeitenden erstmals wieder eine Dividende ausschütten.

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