GastWirtschaft

Heftige Gewitter im Anzug Schönes Wetter bedeutet für Ökonomen Vollbeschäftigung, niedrige Teuerung und ein angemessenes Wirtschaftswachstum. In der Schweiz konnten wir demnach in den vergangenen Monaten eine ausgesprochene Schönwetterperiode geniessen.

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Peter Maag ist Direktor der Industrie- und Handelskammer Thurgau.

Peter Maag ist Direktor der Industrie- und Handelskammer Thurgau.

Heftige Gewitter im Anzug

Schönes Wetter bedeutet für Ökonomen Vollbeschäftigung, niedrige Teuerung und ein angemessenes Wirtschaftswachstum. In der Schweiz konnten wir demnach in den vergangenen Monaten eine ausgesprochene Schönwetterperiode geniessen. Nun befinden sich aber Gewitter im Anzug.

Vordergründig nimmt alles den gewohnten Gang. Überall ist viel Arbeit, und es wird viel gebaut. Einzig die entvölkerten Läden und die fehlenden Warteschlangen vor den grenznahen Tankstellen machen stutzig und deuten auf einen Wetterumschlag hin. Der Wetterumschwung hat mit der Frankenstärke und der sich abzeichnenden weltwirtschaftlichen Abkühlung zu tun.

Auch nach der Intervention der Schweizerischen Nationalbank notiert der Euro deutlich unter der Kaufkraftparität von circa 1.38. Das Lohn-, Kosten- und Preisniveau in der Schweiz ist schlicht zu hoch. Die Effizienzsteigerungsmassnahmen in den Firmen können mit dem Tempo der Aufwertung des Frankens nicht Schritt halten. Für viele Unternehmen geht die Rechnung nicht mehr auf. Es werden Massnahmenpläne erarbeitet. In vielen Betrieben geschieht dies im Dialog mit den Mitarbeitenden. Auch bei den Pensionskassen zeichnen sich Probleme ab.

Unser hohes Lohn-, Preis- und Kostenniveau lässt sich auf Dauer nicht halten. Das aufziehende Gewitter bedeutet, dass wir zurückbuchstabieren müssen. Es wird zu Nullrunden bei den Löhnen 2012 kommen. In Firmen mit hohem Auftragsbestand sind längere Arbeitszeiten bei gleichem Lohn ein Thema. Da das Preisniveau rückläufig ist, tun solche Massnahmen nicht wirklich weh.

Sollte das aufziehende Gewitter mit starkem Regen und Sturmböen verbunden sein, wird es Schäden in Form von steigender Arbeitslosigkeit geben. Wir müssen uns darauf einstellen, dass die wirtschaftliche Schönwetterperiode zu Ende geht und sollten uns sturmfest machen. Sturmfest heisst unter anderem, die kostentreibende Bürokratie abzubauen.

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