GastWirtschaft

Wir müssen uns nicht verstecken In diesem Sommer soll die Bevölkerungszahl der Schweiz die magische Grenze von acht Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern überschreiten. Dadurch wurde auch die Zuwanderungsdebatte neu lanciert.

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Karin Jung ist Leiterin des Amtes für Wirtschaft des Kantons Appenzell Ausserrhoden

Karin Jung ist Leiterin des Amtes für Wirtschaft des Kantons Appenzell Ausserrhoden

Wir müssen uns nicht verstecken

In diesem Sommer soll die Bevölkerungszahl der Schweiz die magische Grenze von acht Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern überschreiten. Dadurch wurde auch die Zuwanderungsdebatte neu lanciert. Nebst den üblichen Forderungen der Parteien rückt Avenir Suisse, der Think Tank der Schweiz, folgende Frage in den Fokus der Debatte: Ist es wirklich nötig, dass die Schweiz im Ausland ein durch Steuergelder subventioniertes Standortmarketing betreibt? In einer weniger offensiven Steuer- und Standortpolitik sieht Avenir Suisse einen der Hebel, um die Zuwanderung abzuschwächen und gleichzeitig die Akzeptanz der Personenfreizügigkeit in der Bevölkerung zu erhalten.

Auch ich bin der Überzeugung, dass die Standortattraktivität der Schweiz – und insbesondere auch der Ostschweiz – ausserordentlich hoch ist. Wo sonst ist es möglich, vom Arbeitsplatz aus eine Postkarten-Aussicht zu geniessen, pünktlich mit dem öV von A nach B zu kommen, verlässliche Abläufe in der Verwaltung vorzufinden und das alles bei tiefen Steuern. Wir haben es nicht nötig, uns unter Wert zu verkaufen und die Schweiz mit übermässigen Steuergeschenken zu verscherbeln.

Aber unsere internationale Konkurrenz schläft nicht. Es gibt auf der Welt auch andere schöne Orte, welche mit hoher Lebensqualität, tiefen Steuern und optimalen Geschäftsmöglichkeiten punkten. Deshalb erachte ich es als sinnvoll, dass wir uns nicht verstecken, sondern mit einem aktiven Standortmarketing auf die Pluspunkte der Schweiz hinweisen. Wenn wir unseren hohen Lebensstandard behalten wollen, ist die Schweiz auch in Zukunft auf Investitionen und die Schaffung von wertschöpfungsstarken, interessanten Arbeitsplätzen angewiesen.

In der Ostschweiz übernimmt die Aufgabe der internationalen Standortpromotion seit einigen Monaten die St. Gallen-Bodensee-Area, der Zusammenschluss der Kantone SG, TG, AR und AI. Wir werden auch in Zukunft auf die attraktiven Standortbedingungen der Ostschweiz aufmerksam machen und damit einen wichtigen Beitrag zur dynamischen Weiterentwicklung der Region leisten.