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Wirtschaftsfaktor Esaf Ich durfte 2010 das OK-Präsidium des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (Esaf) Frauenfeld ausüben. Vor dem Nachfolgefest in Burgdorf häufen sich die Medienanfragen.

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Urs Schneider aus Bissegg TG ist unter anderem stellvertretender Direktor des Schweizer Bauernverbands und Präsident des Verbands Thurgauer Raiffeisenbanken.

Urs Schneider aus Bissegg TG ist unter anderem stellvertretender Direktor des Schweizer Bauernverbands und Präsident des Verbands Thurgauer Raiffeisenbanken.

Wirtschaftsfaktor Esaf

Ich durfte 2010 das OK-Präsidium des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (Esaf) Frauenfeld ausüben. Vor dem Nachfolgefest in Burgdorf häufen sich die Medienanfragen. Oft ist die Frage dabei: Was bringt ein Esaf? Die FH Luzern hat das anhand des Esaf 2004 untersucht. Danach kann man den durch das OK erzielten Umsatz mit dem Faktor zwei bis drei multiplizieren und es resultiert der gesamte durch das Fest ausgelöste Geldfluss. Bei 21,1 Millionen Franken OK-Umsatz, ergibt sich daher für das Esaf 2010 ein Gesamtbetrag von gegen 60 Millionen Franken. Auch dadurch kann man ermessen, welche Bedeutung das Fest für die Region hatte. Ich bin zudem überzeugt, dass solche Anlässe einen mittel- und langfristigen Beitrag zur Standortförderung leisten. 2012 wurde in Thurgauer Hotel- und Kurbetrieben gut 413 000mal übernachtet – so viel wie seit 20 Jahren nicht. Damit entwickelte sich der Tourismus im Thurgau besser als in der Gesamtschweiz, die einen Rückgang der Logiernächte um zwei Prozent hinnehmen musste. Es wäre vermessen, das dem Esaf zuzuschreiben, aber einen Beitrag zu dieser erfreulichen Entwicklung hat es wohl auch geleistet. Die 280 000 Menschen am Esaf und die Hunderttausende vor den Bildschirmen haben Eindrücke bekommen und die 5800 fast ausnahmslos positiven Berichte in Medien jeglicher Art wurden auch wahrgenommen.

In einem Gast-WK bei einer Berner Einheit in den 80er-Jahren konnte mir kein einziger Mann meines Zuges den Hauptort des Thurgaus nennen. Heute gibt es niemanden mehr, der Frauenfeld nicht kennt. Die längerfristige Wirkung liegt darin, dass das Esaf in Frauenfeld – zusammen mit den vorangehenden nationalen Festen und anderen Grossanlässen – die Bekanntheit und Wahrnehmung von Frauenfeld und dem Thurgau massiv gesteigert hat. Es ist wohl einmalig, dass ein Fest auch drei Jahre nach seiner Durchführung noch im ganzen Land derart im Bewusstsein und in Erinnerung ist. Die Stimmung, der reibungslose Verlauf, das schöne Wetter und die Fernsehbilder haben das Ihre dazu beigetragen. Das nennt man wohl nachhaltige Wirkung.

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