Gast-Wirtschaft

Mehr Wirtschaft in die Politik In den letzten Wochen haben die verschiedenen Parteien den Wahlkampf für den Herbst gestartet. Die National- und Ständeratswahlen stehen bevor.

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Stefan Keller (42) ist Unternehmer und Präsident des Kaufmännischen Verbands Ost (KV Ost). Er wohnt in Amriswil.

Stefan Keller (42) ist Unternehmer und Präsident des Kaufmännischen Verbands Ost (KV Ost). Er wohnt in Amriswil.

Mehr Wirtschaft in die Politik

In den letzten Wochen haben die verschiedenen Parteien den Wahlkampf für den Herbst gestartet. Die National- und Ständeratswahlen stehen bevor. Die Tageszeitungen berichteten über die verschiedenen abgehaltenen und kommenden Nominationsversammlungen. Je nach Kanton stehen eine unterschiedliche Anzahl Kandidatinnen und Kandidaten zur Verfügung.

Die kommenden Monate werden von den Kandidierenden und ihren Parteien dazu genutzt, unsere Meinung zu bilden. Dabei werden unterschiedlichste Wege gegangen. Nutzen wir als Wähler die Möglichkeit, uns ein eigenes Bild von den Fähigkeiten der Kandidierenden zu machen, damit wir uns nicht einfach aufgrund des Bekanntheitsgrads entscheiden müssen. Dieser hilft bei dieser nicht immer einfachen Aufgabe wohl wenig.

Ist es nicht viel wichtiger, dass unsere Vertreter unsere Anliegen kennen? Woher aber wissen die Politiker, was dem Volk in unserer Region wichtig ist? Ohne dieses Wissen können uns Politiker nicht vertreten. Vielmehr besteht dann die Gefahr, dass die eigene Einstellung und die eigenen Interessen massgebend in der politischen Arbeit im National- oder Ständerat sind. Prüfen wir unsere Kandidierenden in den kommenden Monaten auf diese Eigenschaft!

Sobald diese Wahlen abgeschlossen sind, starten schon die Vorarbeiten für die Kantonsrats-Wahlen von 2012. Auch hier sollen wir als Einwohner unseres Kantons vertreten werden. Ist aber die Zusammensetzung des Kantonsrats wirklich eine Vertretung von uns? Oder wirkt auch hier der Bekanntheitsgrad (zu) stark mit? Gemeindeangestellte, Lehrkräfte und Landwirte sind im Vergleich zu anderen Berufen in der Wirtschaft deutlich übervertreten.

Wäre es nicht an der Zeit, dies zu korrigieren? Dazu braucht es aber Angestellte aus der Wirtschaft, die das wollen und von ihren Arbeitgebern dabei unterstützt werden. Und es braucht Unternehmerinnen und Unternehmer, die sehen, dass sich ein – auch eigenes – Engagement in der Politik auch für die Wirtschaft lohnt!

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