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Gast-Wirtschaft

Achtung Diebe! Kürzlich – es war Samstag – wollte ich noch etwas posten gehen. Doch, oha lätz!: kein Portemonnaie! Verlegt, verloren, gestohlen? Das grosse Suchen und Überlegen geht los und dauert das ganze Wochenende.
Rita Kägi ist Sekretärin beim Thurgauer Gewerkschaftsbund und Arbeitersekretariat.

Rita Kägi ist Sekretärin beim Thurgauer Gewerkschaftsbund und Arbeitersekretariat.

Achtung Diebe!

Kürzlich – es war Samstag – wollte ich noch etwas posten gehen. Doch, oha lätz!: kein Portemonnaie! Verlegt, verloren, gestohlen? Das grosse Suchen und Überlegen geht los und dauert das ganze Wochenende. Mit Einkaufen ist nichts, macht auch nichts – Frau hat ja Vorrat im Kühl- und im Küchenschrank. Improvisieren und das Sonntagsmenu ist gerettet. Am Montag gibt es Klarheit: das Portemonnaie ist gestohlen. Und mit ihm meine einfachste Möglichkeit, an Bargeld zu kommen: Bank- und Postomatkarten sind weg. In den folgenden Tagen, bis die «-omatkarten» wieder da sind, heisst's sparsam sein.

Auch in einer Thurgauer Gastwirtschaft trifft man auf einen Dieb. Der klaut keine Portemonnaies. Er ist ein Zeitdieb: er stiehlt seinen Angestellten Arbeitsstunden. Auf jeder Zeitabrechnung ist eine Anzahl gearbeiteter Stunden einfach verschwunden. Zeit ist Geld. Im Niedriglohnbereich besonders. Da zählt jeder Franken, der auf das Lohnkonto kommt.

Für viele Menschen in unserer reichen Schweiz ist erzwungene Sparsamkeit Alltag, lebenslang. Die neueste Lohnstrukturerhebung zeigt, wo die meisten von ihnen arbeiten: nämlich dort, wo wir übrigen uns gerne unterhalten und bedienen lassen: im Bereich Kultur/Freizeit/Sport, in der Reinigung, der Gast- und Hauswirtschaft. Notabene sind es hauptsächlich Frauen, die am wenigsten verdienen. (Einmal mehr durch die erwähnte Statistik bewiesen.)

Die Tätigkeit bestimmt weitgehend das Lohnniveau, aber auch die Branche. Nicht zufällig sind es auch die obenerwähnten Branchen, die oft durch missliche Arbeitsbedingungen auffallen. Schade, denn es sind häufig schöne und vielseitige Berufe. Die Verbände tun auch einiges, um die Berufe aufzuwerten. Doch der schwarzen Schafe unter den Arbeitgebern gibt es viele – zu viele. Damit diese ihre Schäfchen nicht ins Trockene bringen, müssen die übrigen das Ihre tun. Damit das Ansehen ihres Berufsstandes steigt und qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gerne dort arbeiten.

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