G-20-Treffen im Bann des Währungskriegs

Heute und morgen treffen sich die G-20 in Moskau. Obwohl nicht traktandiert, dürfte auch der Währungskrieg zur Sprache kommen.

Axel Eichholz
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MOSKAU. Russland übernimmt die Präsidentschaft der Gruppe der 20 wichtigsten Länder (G-20) und nutzt seine federführende Rolle, um Themen im Eigeninteresse auf die Tagesordnung zu setzen. Aus Moskaus Sicht ist es vor allem die «Finanzierung von Investitionen als Grundlage des Wirtschaftswachstums». Von allgemeinem Interesse dürften Staatsanleihen, Staatsverschuldung und Defizit des Staatshaushalts sein.

Entscheide fallen später

Konkrete Entscheide seien am Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der G-20 jedoch nicht zu erwarten, heisst es. Kriterien und zulässige Höhe der Verschuldung sowie deren Korrektur im Vergleich zu früheren Festlegungen bleiben dem Washingtoner Treffen im kommenden April vorbehalten.

Kritik an Japan

Laut der russischen Delegation steht das Thema Währungskrieg nicht offiziell auf der Tagesordnung. «Ich schliesse aber nicht aus, dass gewisse Länder dieses Problem als wesentlich hervorheben und die G-20 auffordern können, dazu eine bestimmte Haltung zu beziehen», sagte ein Delegationsmitglied zu Interfax.

Die Finanzminister der sieben grössten westlichen Industrienationen (G-7) hatten sich diese Woche bereits über die angestrebte Abwertung einiger nationaler Währungen durch die eigenen Regierungen besorgt geäussert. Die meisten Vorwürfe richteten sich gegen Japan. Die Regierung in Tokio wehrt sich gegen diese Vorwürfe. Aus ihrer Sicht dient ihr Ruf nach einem Öffnen der Geldschleusen durch die bank of japan nicht dem Ziel einer Abwertung des Yen zur Belebung der Exporte, sondern zur Bekämpfung der Deflation in Japan.