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Fust hat mit der grossen Kelle angerichtet: Verdoppelung des Logistikzentrums in Oberbüren

Für 70 Millionen Franken hat die Coop Tochter ausgebaut und automatisiert. Damit trägt man dem Wachstum, dem zunehmenden Onlinehandel und dem Erfordernis bestmöglicher Effizienz Rechnung. Denn die Kunden wollen ein möglichst grosses Sortiment und Lieferung in Windeseile.
Thomas Griesser Kym
Im erweiterten Logistikzentrum von Fust in Oberbüren. Fust hat 70 Millionen Franken investiert. (Bilder: Ralph Ribi, 12. September 2019)

Im erweiterten Logistikzentrum von Fust in Oberbüren. Fust hat 70 Millionen Franken investiert. (Bilder: Ralph Ribi, 12. September 2019)

Zum sechsten Mal hat Fust sein Logistikzentrum am Hauptsitz in Oberbüren erweitert. 70 Millionen Franken hat die Tochtergesellschaft der Coop-Gruppe in den Ausbau investiert, wobei neben Beton der Grossteil des Geldes in die Automatisierung und die IT-Systeme gesteckt wurde.

Im Wesentlichen hat Fust, der seit 2010 von Platz drei auf Rang eins der grössten Elektro- und Elektronikgerätehändler der Schweiz vorgestossen ist, seine Logistikfläche auf 50'000 Quadratmeter verdoppelt, die sich über fünf Etagen erstrecken. Mit dieser Erweiterung ist die Parzelle direkt an der Autobahn A1 erschöpft. Was, falls ein weiterer Ausbau erforderlich wird? «Der Platz, den wir jetzt zur Verfügung haben, sollte fünf bis zehn Jahre ausreichen», sagt Fust-Chef Thomas Giger. Und danach? «In der Logistik gibt es immer irgendwelche Lösungen.»

Einzelstücke statt Paletten

Der Bau der Erweiterung hat keine zweieinhalb Jahre gedauert. Anlässlich der Eröffnung skizzierten am Donnerstag Giger und Verwaltungsratspräsident Daniel Stucker die Beweggründe. Zum einen ist Fust über die vergangenen Jahre kontinuierlich und kräftig gewachsen. Der Umsatz hat die Marke von einer Milliarde überschritten, das Unternehmen beschäftigt landesweit 2200 Mitarbeitende, davon gut 500 in Oberbüren. Parallel dazu hat die Digitalisierung den Detailhandel umgewälzt.

Gingen Kunden früher in einen stationären Laden, bestellen sie nun immer mehr online. Das erfordert, weil der Konsument praktisch grenzenlos einkaufen kann, ein grösseres Sortiment und eine höhere Liefergeschwindigkeit – was beides eine effiziente und hoch automatisierte Logistik bedingt. «Früher hat Fust ab dem Logistikzentrum vor allem seine Filialen in der ganzen Schweiz palettenweise beliefert», sagt Logistikchef Thomy Hess. «Heute kommen immer mehr auch Lieferungen von ein oder zwei Geräten direkt an den Kunden zu Hause hinzu.»

Immer mehr Dienstleistungen

Auch deshalb sieht sich Fust nicht mehr nur als Detailhändler, sondern auch als Dienstleister. Heimlieferservice, Installationen und Reparaturen sind mittlerweile neben dem Verkauf von Waschmaschinen, Kühlschränken, Flachbildschirmen oder Kaffeemaschinen ebenso ein Eckpfeiler des Geschäfts. Das Unternehmen beschäftigt 250 Liefer- und Servicetechniker und unterhält zudem Werkstätten im Logistikzentrum, wo auch zurückgegebene Mietgeräte ertüchtigt und als Occasionen wieder verkauft werden. Wichtig ist ferner die Renovation von Küchen und Bädern, was dem Vernehmen nach 15 Prozent zum Umsatz beisteuert.

Posieren im automatisierten Hochregallager: (von links) Fust-Logistikchef Thomy Hess, Fust-Gründer und Ex-Patron Walter Fust, Fust-Chef Thomas Giger.

Posieren im automatisierten Hochregallager: (von links) Fust-Logistikchef Thomy Hess, Fust-Gründer und Ex-Patron Walter Fust, Fust-Chef Thomas Giger.

Neue Arbeitsplätze sind mit dem Erweiterungsbau nicht entstanden. «Wir versuchen die zunehmende Arbeit mit Hilfe der Automatisierung zu bewältigen», sagt Giger. In der Logistik sind also weiterhin 130 bis 150 Leute aktiv. Herzstück ist das neue Hochregallager, das Platz bietet für 15'000 Paletten. Binnen zwei Jahren will Fust zudem den Onlinehändler Nettoshop.ch von St.Gallen nach Oberbüren verlegen und ins Logistikzentrum integrieren.

Filialen spielen eine wichtige Rolle

Das Filialnetz wiederum wird von Fust «permanent optimiert», wie Giger sagt. Gibt es an den 150 Standorten Abstriche angesichts des zunehmenden Onlinehandels? Vorderhand sieht es nicht danach aus. «Vergangenes Jahr haben wir fünf Filialen geschlossen», dieses Jahr aber vier neue eröffnet», sagt Giger. Die Filialen blieben auch wichtig für die Beratung und deshalb, weil laut Fust ein Drittel des Onlineumsatzes auf Artikel entfällt, die Kunden im Internet bestellen, dann aber selber in einer Filiale abholen.

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