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Fussball-Traum lockt Touristen an

Der Kampf der kroatischen Fussball-Nati ins WM-Finale weckte viele Sympathien für das Team. Und für das Land selbst: Der bereits vorhandene Tourismus-Boom hat nochmals kräftig angezogen.
Robert Wildi
Beliebtes Ferienziel Kroatien: Die St.-Johannes-Festung der Stadtmauer von Dubrovnik. (Bild: Robert Harding/Imago)

Beliebtes Ferienziel Kroatien: Die St.-Johannes-Festung der Stadtmauer von Dubrovnik. (Bild: Robert Harding/Imago)

Seit einem Monat herrscht beim Kroatien-Reisespezialisten Croaticum im Zürcher Stadtteil Oerlikon so etwas wie Ausnahmezustand. «Aber im positiven Sinne», versichert die Geschäftsführerin Klaudija Racic. Angefangen habe es mit dem 3:0-Sieg der kroatischen Mannschaft an der Fussball-WM gegen Argentinien im zweiten Gruppenspiel am 21. Juni. «Am Folgetag haben unsere Telefondrähte förmlich geglüht für kurzfristige Buchungsanfragen ab Mitte Juli.»

Mit jedem weiteren Sieg der Kroaten, begleitet von Medien­berichten mit schönen Bildern vom Land, sei das Interesse fast exponentiell gewachsen. «Die Leute redeten mit uns euphorisiert über Fussball und fragten nach freien Flugsitzen und Hotels in Split, Dubrovnik, Zadar oder ­Zagreb.» Darunter laut Racic auch viele Kunden, die mit Kroatien bislang nichts am Hut gehabt hätten. Im Vergleich zum Vorjahr habe sich das Last-Minute-Geschäft für Abflüge im Juli und August nahezu verdoppelt. «Wir stehen vor einem Rekordjahr», sagt Geschäftsführerin Racic.

Aufschwung dank Tourismus

Dass Kroatien bei ferienhungrigen Schweizern hoch im Kurs liegt, ist nicht neu. Seit Jahren zeigen die Einreisezahlen fast linear nach oben. Allein im Jahr 2017 flogen oder fuhren 250601 Schweizer ans Adriatische Meer, was einer Steigerung von mehr als 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach. Der Boom für Kroatien ist indes ein internationales Phänomen. Total wuchs die Zahl der Feriengäste im letzten Jahr um 13,7 Prozent auf 15,5 Millionen. Dem Tourismus ist ein Grossteil des wirtschaftlichen Aufschwungs im Land zu verdanken – das Bruttoinlandprodukt stieg 2017 um 2,8 Prozent.

Der WM-Finaleinzug der kroatischen Fussballer um ihre Superstars Modric und Rakitic dürfte auf diese Entwicklung wie ein zusätzlicher Katalysator wirken. Rückmeldungen auch von anderen Reiseveranstaltern belegen das teils sprunghaft gestiegene Interesse zumindest in Form von Anfragen während der letzten Wochen. «Unsere Buchungszahlen für Kroatien liegen gegenwärtig im zweistelligen Prozentbereich über dem bereits guten Vorjahr», bestätigt Markus Flick, Mediensprecher von Kuoni und Helvetic Tours. Neben den Reiseveranstaltern profitieren auch Ferienfluggesellschaften vom anhaltenden Kroatien-Trend. «Wir stellen für die von uns zweimal wöchentlich ab Zürich bediente Destination Zadar eine stetige Buchungszunahme fest», sagt Urs Pelizzoni, Geschäftsleitungsmitglied bei Germania.

Droht der Island-Effekt?

Ob der Fussballerfolg für Kroatiens Tourismus ein kurzfristiger Knalleffekt bleibt oder sogar nachhaltig Wachstumsfantasien beflügeln kann, ist offen. «Die gute Leistung der Nationalmannschaft an der WM trägt sicher dazu bei, das Land mit seinem vielfältigen Tourismusangebot bei Gästen aus aller Welt noch stärker ins Bewusstsein zu rufen», sagt Markus Flick. Experten glauben, dass sich dies auch in Form von zusätzlichen Buchungen in einem oder erst zwei Jahren niederschlagen kann. Einen ähnlichen Effekt, jedoch in geringerem Ausmasse, erlebte Island während der Fussball-EM vor zwei Jahren. Dass dieser bis heute nachklinge, kann man beim Schweizer-Reiseverband (SRV) so jedoch nicht bestätigen.

Bei Croaticum in Zürich feiert man die Feste derweil, wie sie fallen. Die Mehrheit der unmittelbar dank dem Fussball erzielten Zusatzbuchungen betreffen Paare jeden Alters sowie Kleingruppen von vier bis acht Personen. «Selbstverständlich werden wir alles dafür tun, um daraus auch neue Kroatien-Stammgäste zu gewinnen», wittert Geschäftsführerin Klaudija Racic eine gute Chance. Die Viertelmillion Schweizer Touristen aus dem Vorjahr dürfte Kroatien heuer jedenfalls locker übertreffen.

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