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Fünf neue Hypotheken pro Tag

Die Thurgauer Kantonalbank hat letztes Jahr netto gut 800 Millionen Franken neue Gelder anvertraut bekommen. Die neue Strategie ist in Arbeit und wird einen Zeithorizont von drei statt fünf Jahren haben.
Stefan Borkert
Bankratspräsident René Bock (links) im Gespräch mit dem neuen Vorsitzenden der TKB-Geschäftsleitung, Thomas Koller. (Bilder: Andrea Stalder)

Bankratspräsident René Bock (links) im Gespräch mit dem neuen Vorsitzenden der TKB-Geschäftsleitung, Thomas Koller. (Bilder: Andrea Stalder)

Das war ein Personalabgang, der auch den Bankrat der Thurgauer Kantonalbank (TKB) überraschte. Heinz Huber ist im letzten November von der Spitze der TKB an jene von Raiffeisen Schweiz gewechselt. René Bock, Präsident des TKB-Bankrats, sagte gestern in Weinfelden, dass er in seinen 14 Jahren im Bankrat allerdings auch noch nie einen so reibungslosen Übergang erlebt habe wie jenen von Huber zu Thomas Koller, dem neuen Vorsitzenden der Geschäftsleitung. Bock beweist ausserdem Humor: Seinen jüngst verletzten Daumen hat er in der TKB-Farbe grün bandagiert. Er erläuterte, dass die TKB letztes Jahr in allen Geschäftsbereichen stabil geblieben oder gewachsen sei.

Die Strategie der Bank werde derzeit überarbeitet. Man habe den Zyklus von fünf auf drei Jahre verkürzt. Das sei der schnell­lebigen Zeit und damit der Digitalisierung geschuldet. Der eingeschlagene Kurs werde aber beibehalten. Allzu grosse Veränderungen seien nicht vorgesehen. So werden die 28 Geschäftsstellen bestehen bleiben. Lediglich die Ausrichtung werde sich zum Teil ändern – was mehr Beratung und mehr Erledigung von Geschäften an Automaten oder online bedeutet. Auch das ist der zunehmenden Digitalisierung geschuldet. Bereits diesen Herbst gibt es ein neues E-Banking-Angebot. Ausserdem sind neue Produkte erarbeitet worden. So etwa ein spezielles Hypothekenangebot für Personen über 60, dessen Start noch in diesem Frühjahr erfolgen soll. Der Partizipationsschein (PS), der an der Börse gehandelt wird, schreibt seine Erfolgsgeschichte weiter. Immerhin um 54 Prozent hat der PS seit seiner Lancierung 2014 zulegen können.

Kundengelder und Hypotheken nehmen zu

TKB-CEO Thomas Koller

TKB-CEO Thomas Koller

Der neue TKB-Chef Thomas Koller schliesslich präsentierte die Bilanz für das vergangene Jahr. «Die TKB hat 2018 gut gearbeitet», sagte er und fuhr fort: «Die Ausleihungen überschritten dank soliden Wachstums der Hypotheken erstmals die 20-Milliarden-Marke.» Gerade im Hypothekargeschäft habe die Bank das Wachstum der letzten Jahre fortsetzen können. Die Hypothekarforderungen stiegen laut Jahresabschluss um rund 600 Millionen Franken auf 18,8 Milliarden. «600 Millionen Franken neue Hypotheken bedeuten durchschnittlich fünf neue Geschäfte pro Tag in diesem Bereich», sagte Koller. Der Bankchef fügte noch an, dass der Immobilienmarkt gesund sei und derzeit keine Gefahr einer Blase bestehe. Ausserdem sei die Konjunktur zwar nicht mehr auf einem Höhenflug, aber doch sehr stabil.

Dieses Umfeld wirke sich positiv auf die Geschäfte aus. So hat sich die Summe der Kundengelder um mehr als 300 Millionen auf 14,6 Milliarden Franken erhöht. Die Bilanzsumme nahm demnach im Jahresverlauf um 900 Millionen auf 23,2 Milliarden Franken zu. «Der Zufluss an Nettoneugeld von rund 814 Millionen Franken übertrifft sogar noch leicht den guten Wert des Vorjahres von 812 Millionen Franken», sagte Koller. Eine markante Zahl ist auch der Zuwachs von immerhin 5000 neuen Kunden. Koller führt das in erster Linie auf die in den letzten Jahren neu lancierten Lebensphasenpakete zurück. Ein weiteres Highlight sei die Eigenkapitalisierung. «Die TKB ist eine der am besten kapitalisierten Banken in der Schweiz.» Mit eigenen Mitteln von mehr als 2 Milliarden Franken habe man 600 Millionen Franken mehr Eigenkapital als vorgeschrieben. Und Bankratspräsident Bock ergänzte, das entspreche eben der bodenständigen und eher konservativen Geschäftspolitik der TKB. So ein Polster gebe auch Sicherheit. Und: «Ich habe noch nie eine gut kapitalisierte Bank in Konkurs gehen sehen.»

René BockBankratspräsident der TKB

René Bock
Bankratspräsident der TKB

In Phasen mit extrem tiefen Zinsen oder Negativzinsen ist ein Sparkonto, das kaum Ertrag erzielt, wenig attraktiv. Auch die Banken beraten stärker in Richtung Anlagen. Damit lassen sich die niedrigen Einnahmen durch die tiefen Zinsen teils kompensieren. Dennoch konnte die TKB auch im Zinsengeschäft zulegen. Unter anderem, weil die Bank erneut Wertberichtigungen für Ausfallrisiken auflösen konnte. Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft stieg um 1 Prozent auf fast 254 Millionen Franken. «Ein starkes Jahr verzeichnete die TKB ausserdem im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, das 16 Prozent des Geschäftsertrags ausmacht», sagte Koller.

Dividende wird erstmals erhöht

Vom Resultat profitieren Kanton und Gemeinden mit Ablieferungen von insgesamt 69 Millionen Franken. Erstmals ist die Dividende erhöht worden, und zwar um 5 Rappen. Sie beträgt neu 2.80 Franken je PS.

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