Frontify sammelt 50 Millionen und will 100 Stellen schaffen

Digitale Zusammenarbeit war während der Pandemie wichtig. Das half dem St.Galler Informatikunternehmen Frontify. Auch deshalb ist es bei Investoren hoch im Kurs: 50 Millionen Dollar gewann das 2013 gegründete Unternehmen von französischen und amerikanischen Investoren. Nun soll der Hauptsitz ausgebaut werden.

Kaspar Enz Jetzt kommentieren
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Der Hauptsitz von Frontify wird vergrössert.

Der Hauptsitz von Frontify wird vergrössert.

Bild: Urs Bucher

Dass das St.Galler Informatikunternehmen Frontify Wachstumspotenzial hat, ist nicht neu. Bereits Anfang 2020 sammelte Frontify bei Investoren rund 22 Millionen Franken ein. Schon das war kein Pappenstiel, in der letzten Finanzierungsrunde wurde diese Zahl aber weit übertroffen. Über 50 Millionen Dollar fliessen in das Ostschweizer Unternehmen. «Für Schweizer Verhältnisse eine beachtliche Zahl», sagt Roger Dudler, gründer und CEO der Frontify.

Wichtigste Investoren waren diesmal der französische Venture-Capital-Fonds Revaia und die amerikanische Highsage Ventures. Diese beiden Geldgeber seien vor allem auf Unternehmen wie Frontify spezialisiert, sagt Dudler: Junge Unternehmen, dier der Start-up-Phase entwachsen sind, bereits stabile Ergebnisse vorzeigen können und weiter wachsen. «Unternehmen also, die langsam über einen Börsengang nachdenken können.» Bis dahin dürfte es aber noch fünf bis sieben Jahre dauern, sagt Dudler.

Digitale Zusammenarbeit wird wichtiger

Roger Dudler, Gründer und CEO Frontify.

Roger Dudler, Gründer und CEO Frontify.

Bild: PD

Frontify bietet eine Lösung, die es Firmen erlaubt, ihre Marken und deren Bestandteile wie Logos, Bilder oder Grafische Elemente stets auf dem neusten Stand zu halten und besser zu verwalten. Die Entwicklungen während der Pandemie hätten Frontify in die Hände gespielt, sagt Dudler. «Die Zusammenarbeit auf digitalem Weg wurde wichtiger - unsere Software macht dies einfacher.» Ausserdem hätten viele Unternehmen weiter in ihre Marken investiert.

St.Galler Stammsitz wird ausgebaut

So ist Frontify seit der letzten Finanzierungsrunde im Januar 2020 nochmal deutlich gewachsen. Damals zählte Frontify 120 Mitarbeitende, heute sind es 220. 180 davon arbeiten am Hauptsitz in St.Gallen, der bis nächsten Sommer ausgebaut werden soll. «Wir wollen im Verlauf des nächsten Jahres weitere 100 Mitarbeitende in der Schweiz einstellen», sagt Dudler. Dafür wird derzeit das Gebäude neben dem heutigen Hauptsitz umgebaut.

Das neue Büro trägt den Entwicklungen in der Pandemie Rechnung. «Es gibt ein Fitnesscenter, ein Café und Begegnungszonen», sagt Dudler.

«Nach Corona müssen wir den Mitarbeitenden einen Grund geben, ins Büro zu kommen. Wenn sie hier sind, soll es vor allem um kreative Zusammenarbeit gehen.»

Der Ausbau am St.Galler Hauptsitz ist für Dudler wichtig. «Wir wollen zeigen, dass eine Start-up-Erfolgsgeschichte auch hier möglich ist.» Das weitere Wachstum sieht er aber vor allem im Ausland, namentlich in den USA. Der Ausbau in Übersee war bereits das Ziel der letzten Finanzierungsrunde. Das Büro in New York wurde vergrössert. «Unser Umsatz in den USA ist unterdessen etwa gleich hoch wie auf dem Schweizer Markt - dieser Markt hat für uns also noch grosses Potenzial.»

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