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Freispruch für Mitarbeiter von Schindler

Japan Der Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler ist erleichtert: Auch das Berufungsgericht in Tokio hat einen ehemaligen Mitarbeiter im Zusammenhang mit einem Liftunfall vor über zehn Jahren freigesprochen. Schindler erkenne das Urteil an und sei erleichtert, dass der ehemalige Mitarbeiter von Schindler Japan auch vom Berufungsgericht vollumfänglich freigesprochen wurde, teilte der Luzerner Konzern gestern mit.

Bereits das Bezirksgericht ­Tokio war 2015 in erster Instanz zum Schluss gekommen, dass nicht eine fehlerhafte Konstruktion, sondern mangelnde Wartung durch Dritte zum Unfall geführt hatte. Dagegen rekurrierte die Staatsanwaltschaft. Schindler selbst hat sich im November des letzten Jahres mit der Familie des Opfers vor einem Gericht in Tokio auf eine finanzielle Entschädigung geeinigt.

Teenager wurde eingeklemmt und starb

Der tragische Unfall hat sich 2006 in einem Schindler-Lift in Japan ereignet. Ein Teenager kam ums Leben, als sich ein Aufzug beim Aussteigen bei noch geöffneten Türen plötzlich nach oben in Bewegung setzte und den Jungen einklemmte.

Für Schindler bedeutete dies das Ende der Ambitionen in ­Japan. Der Konzern hatte einst grosse Hoffnungen in diesen Markt gesetzt. Zwar war es bereits vor dem Unfall nicht ganz einfach für Schindler, dort Fuss zu fassen. Seit diesem Fall aber verkaufte der Schweizer Lift- und Rolltreppenhersteller keine einzige neue Anlage mehr in dem Inselstaat. Auch weil Schindler zunächst ungeschickt kommunizierte, geriet das Unternehmen stark in die Kritik und erlitt einen massiven Reputationsschaden.

In Japan wird bei solchen Fällen umgehend eine öffentliche Entschuldigung erwartet, und zwar ungeachtet der Schuldfrage. Schindler erkannte das allerdings zu spät. Als sich der Konzern Tage später entschuldigte, war der Schaden bereits angerichtet. Zehn Jahre später verkaufte Schindler das Japan-Geschäft, das nur noch aus Wartungen bestand, an den US-Konkurrenten Otis. (sda)

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