Frankreich will Autoindustrie retten

Die französische Regierung greift den heimischen Autofirmen unter die Arme. Schadstoffarme Motoren werden mit bis zu 7000 Euro pro Neuwagen unterstützt.

Stefan Brändle
Drucken

PARIS. Philippe Varin, Vorsteher von PSA Peugeot Citroën, neigt zur Untertreibung. «Der Konzern macht schwierige Zeiten durch», kommentierte er gestern die Halbjahreszahlen, die noch schlimmer als erwartet ausfallen. Der Autokonzern erlitt von Januar bis Juli einen Nettoverlust von 819 Mio. € – viermal mehr, als Experten angenommen hatten. Der Umsatz sank um 5,1% auf 29,6 Mrd. €.

Kaufanreize durch Staat

PSA-Chef Varin kündigte zunächst einen Sparplan über 1,5 Mrd. € an, der das Unternehmen bis 2014 wieder flottmachen soll. Davon entfallen 600 Mio. € auf den bereits angekündigten Abbau von 8000 Stellen in Frankreich.

Ebenfalls gestern präsentierte Frankreichs Minister für «produktiven Aufschwung», Arnaud Montebourg, einen Hilfsplan für die Autobranche. Zur Nachfragelenkung verstärkt er das Bonus-Malus-System. Der Kauf eines Elektrowagens wird neu mit 7000 € (bisher 5000) subventioniert. Davon dürfte vor allem Renault profitieren. Hybridmotoren – in die hingegen eher PSA investiert hat – werden durch die französischen Behörden mit 4000 € (bisher die Hälfte) unterstützt. Montebourgs Plan sieht ferner Kredithilfen für die ganze Branche vor.

Skepsis ist gross

Autoexperten zeigten sich gestern einhellig skeptisch, ob die Massnahmen genug tief greifen. Denn von den Boni profitieren schliesslich auch ausländische Kleinwagenhersteller. Und die Produktionshilfen wiederum seien durch die Konkurrenzregeln der EU beschränkt.

Aktuelle Nachrichten