Frankenschock lastet auf Rieter

Der Textilmaschinenhersteller Rieter hat 2015 weniger verdient als im Vorjahr. Auch Umsatz und Bestellungseingang gingen deutlich zurück.

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WINTERTHUR. Der Betriebsgewinn des Industriekonzerns Rieter ist im vergangenen Jahr um 14% auf 73,1 Mio. Fr. gesunken. Der Reingewinn gab um 6% auf 49,8 Mio. Fr. nach. Die Betriebsgewinnmarge ging auf 7% zurück, während sie beim Konzerngewinn auf 4,8% stieg.

Der Umsatz sank, wie bereits bekannt, um 10% auf 1,04 Mrd. Franken. Deutlich brach der Bestellungseingang ein, und zwar um 30% auf 801,6 Mio. Franken. Im zweiten Halbjahr zogen die Bestellungen immerhin wieder etwas an.

Marktanteil gehalten

Angesichts des schwierigen Marktumfelds zeigte sich die Rieter-Geschäftsleitung mit den Ergebnissen zufrieden. «Wir haben trotz des Umsatzrückgangs den Marktanteil bei rund 30 Prozent gehalten», sagte Konzernchef Norbert Klapper an der gestrigen Bilanzmedienkonferenz. Auch bei seinem Ziel, die Kosten in Franken zu senken, kam das Unternehmen mit weltweit rund 5000 Mitarbeitern voran. Im Oktober hatte Rieter angekündigt, am Standort Winterthur über 200 Stellen abzubauen. Ausserdem reduzierte Rieter das Einkaufsvolumen in der Schweiz.

Restrukturierung läuft

Das laufende Profitabilitätsprogramm sei auf Kurs, sagte Klapper, ebenso die Restrukturierung am Standort Winterthur nach Abschluss des Konsultationsverfahrens. Der Arbeitsplatzabbau am Standort Winterthur solle bis Ende des Jahres zu einem grossen Teil abgeschlossen werden. «Dabei versuchen wir Kündigungen so weit wie möglich zu vermeiden und bieten betroffenen Mitarbeitern Hilfestellung an», betonte Kapper. Auch die Reorganisation der Geschäftsbereiche habe sich ausgezahlt. Das Wachstum im neuen Servicegeschäft mit einer Zunahme von 10% sei sehr erfreulich gewesen. Hier wird im Vergleich zum Basisjahr 2014 ein Wachstum von über 30% bis 2018 angestrebt, und man sei im Plan, sagte Klapper weiter.

Niederlassung in China

Weiterhin sieht Rieter in China grosses Potenzial. Der Textilmaschinenbauer verstärkt seine Präsenz in der Provinz Xinjiang mit einer neuen Niederlassung. Dort hat die chinesische Regierung ein Programm zum Aufbau der Textilindustrie mit einer Kapazität von 20 Millionen Spindeln in der Region bis zum Jahr 2020 gestartet. Zum Vergleich: Insgesamt wurden in der Volksrepublik im Vorjahr rund 11 Millionen Spindeln installiert. (sda)