Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Franken-Stärke: Weshalb Trump für die Nationalbank ein Problem sein könnte

Der US-Präsident sinniert darüber, wie er den Dollar schwächen könnte. Dies könnten auch für die Schweiz Folgen haben.
Renzo Ruf aus Washington
US-Präsident Donald Trump verwirrt Währungshüter weltweit mit seinen Aussagen zum Dollar. (Bild: Pete Marovich/EPA)

US-Präsident Donald Trump verwirrt Währungshüter weltweit mit seinen Aussagen zum Dollar. (Bild: Pete Marovich/EPA)

US-Präsident Donald Trump sendet widersprüchliche Signale über die Stärke des Dollars aus. Dabei verwirrt er Währungshüter weltweit, die nicht in sein Fadenkreuz geraten wollen. Vorige Woche sagte der Präsident im Weissen Haus: Die US-Währung sei «sehr stark».

Weil Trump aber Trump ist und er sich selten ans Skript hält, sagte er auch: Die Stärke des Dollars erschwere die Aufgabe für die heimischen Exporteure, im weltweiten Wettbewerb mitzuhalten. Als Trump anschliessend gefragt wurde, ob das Gerücht stimme, dass ein einflussreicher Berater des Präsidenten im Oval Office kürzlich vorgeschlagen habe, auf dem Devisenmarkt zulasten des Dollars zu intervenieren, sagte der Präsident: «Ich könnte dies innerhalb von zwei Sekunden tun», auch weil die Europäer und die Chinesen den Kurs ihrer Währung künstlich tief hielten.

Verwirrende Botschaft aus dem Weissen Haus

Darauf wurde Trump gefragt, warum er seinen Berater Peter Navarro nicht habe ausreden lassen, als dieser seine Pläne zur Abwertung des Dollars vorstellte. Trumps Antwort: «Ich würde nicht sagen, dass ich nichts tun werde.» Es gebe keinen Grund, warum ein starker Dollar so gut klinge. «Wenn wir einen starken Dollar haben, haben wir einen starken Dollar.»

Angesichts dieser verwirrenden Botschaft – ein starker Dollar ist gut, aber ein schwächerer Dollar wäre für die Wirtschaft besser – sah sich Navarro offenbar dazu veranlasst, seine Pläne weiter auszuführen. So trat er am Montag auf dem Nachrichtensender CNN auf und sagte sinngemäss: Er wolle den Dollar nicht kleinreden. Er finde aber, dass die US-Währung zu teuer sei. «Und ich glaube, man kann sagen, dass die meisten Ökonomen dem zustimmen», sagte Navarro. In der Tat halten etwa die Experten des Internationalen Währungsfonds den Dollar für um 6 bis 12 Prozent überbewertet.

Aus Schweizer Sicht interessant ist diese Debatte, weil eine Abschwächung des Dollars konträr zur Absicht der Nationalbank steht, den Aufwärtstrend des Frankens zu bremsen. Am Montag veröffentlichte Zahlen deuten darauf hin, dass die Nationalbank jüngst auf dem Devisenmarkt intervenierte – so ist der Durchschnitt der Franken-Sichtguthaben jüngst um 1,7 Milliarden Franken auf 581,2 Milliarden Franken gestiegen.

Mit der Schwächung des Frankens steht der Nationalbank ein Balanceakt bevor. Denn zum einen würde die Intervention wohl verpuffen, falls auch die Amerikaner plötzlich entsprechende Massnahmen zur Abwertung des Dollars in Angriff nähmen. Zum andern liefe die Schweiz Gefahr, vom US-Finanzministerium an den Pranger gestellt und wieder auf die Liste der Währungsmanipulatoren gesetzt zu werden. Von dieser Liste war die Schweiz im Mai 2019 entfernt worden, auch weil das Finanzministerium in Washington festhielt: «Die Interventionen der Nationalbank sind seit Mitte 2017 sehr bescheiden.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.