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Franke spürt die Konkurrenz aus China

Franke muss in den USA auf chinesische Konkurrenz reagieren. Die Herstellung von Spülen bewegt sich in Richtung einer vollen Automatisierung.
Niklaus Vontobel
Ein Franke-Mitarbeiter schweisst im Werk in Aarburg im Kanton Aargau einen Spültrog in eine Küchenabdeckung. Bild: Gaetan Bally/Keystone

Ein Franke-Mitarbeiter schweisst im Werk in Aarburg im Kanton Aargau einen Spültrog in eine Küchenabdeckung. Bild: Gaetan Bally/Keystone

Michael Pieper hat mit seiner Franke-Gruppe ein nur mässiges Geschäftsjahr 2018 erlebt. Beim Aargauer Industrieunternehmen, bekannt für seine Spülen und Kaffeemaschinen, halbierte sich der Gewinn nahezu. Der Umsatz wuchs bloss um 2 Prozent. Pieper verwendete am Dienstag entsprechend oft das Wort «herausfordernd», als er die Resultate seiner Beteiligungsgesellschaft Artemis an einer Pressekonferenz vorstellte. Und herausfordernd wird anscheinend auch das Geschäftsjahr 2019. Der Start sei «verhalten» gewesen.

Pieper ist nicht dafür bekannt, einem schleppenden Geschäftsgang lange zuzuschauen. Gebe man nicht richtig Gas, falle man in die Mittelmässigkeit, sagte er einmal. «Am Ende wird man eliminiert.» Getreu diesem Motto hatte Pieper schon im Frühjahr 2018 dagegengehalten. Er setzte den damaligen Chef von Franke ab. Dieser habe die nötigen Schritte «zu wenig schnell» umgesetzt.

Sohn folgt auf den Patron

Mit dem mässigen Resultat von 2018 ist nun auch das Bild klarer, welche Probleme ein Jahr zuvor zum CEO-Wechsel geführt haben. Vier von fünf Divisionen konnten die Erwartungen von Pieper allesamt erfüllen. Die unrühmliche Ausnahme war die Division «Küchen Systeme», die Herstellung von Spülen. Hier war Franke zu verschiedenen Abschreibungen gezwungen, die den Gewinn stark nach unten drückten. Zusätzliche Kosten ­fielen an, weil zwei Werke geschlossen wurden.

Die Division «Küchen Systeme» war lange Zeit die unbestrittene Paradedivision. In der Produktion konnten so über die Zeit ineffiziente Strukturen entstehen: Zum Beispiel wurde die Produktion auf zu viele Werke verteilt. Franke reagierte dann zu langsam, als im amerikanischen Markt in den letzten Jahren chinesische Konkurrenten aufkamen. Deren Produkte konnten bei der Qualität mithalten und waren preislich weit überlegen. Dieses Jahr verlor Franke deshalb in den USA ­einen Teil seines Geschäfts mit einem wichtigen Kunden.

Der neue Franke-Chef, Patrik Wohlhauser, hat nun den von Pieper gewünschten Gegenangriff eingeleitet. Die Kosten müssen runter. Dafür werden Produkte, Standards und Prozesse vereinheitlicht. Die Produktion wird zusammengezogen, die Werke reduziert. In den kommenden Jahren wird die Herstellung von Spülen zunehmend automatisiert. Bei Kunststoffspülen ist dies schon erreicht. In der Slowakei eröffnete Franke diesen Juni ein vollautomatisiertes Werk, wenn auch mit grosser Verspätung. Bei Spülen aus Edelstahl bewegt sich Franke in die gleiche Richtung.

2018 hat Pieper nicht nur Franke einen neuen CEO verpasst. Der 73-Jährige konnte auch seine eigene Nachfolge im pieperschen Firmenimperium regeln. Alexander Pieper, 35, hat im Oktober 2018 von seinem Vater das Amt des Vizepräsidenten in der Franke Gruppe übernommen. Michael Pieper ist seither noch einfacher Verwaltungsrat. Damit scheint der Generationenwechsel geschafft zu sein.

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