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FOODSCOUTS: Spürnasen im Auftrag der Bina

Im Zürcher Technopark ist das Innovationslabor der Bischofszell Nahrungsmittel AG (Bina) untergebracht. Hier wird nach Lebensmitteltrends gefahndet, die in Zukunft auf unseren Tellern landen.
Stefan Borkert
Edouard Appenzeller, Chef-Innovationsmanager bei der Bina, zeigt kompostierbares Geschirr aus Blättern. (Bild: Stefan Borkert)

Edouard Appenzeller, Chef-Innovationsmanager bei der Bina, zeigt kompostierbares Geschirr aus Blättern. (Bild: Stefan Borkert)

Stefan Borkert

Es ist eine Miniausgabe des Silicon Valley, der Zürcher Technopark im Kreis 5. In den Gebäuden herrscht reges Treiben. Es wird diskutiert, sich ausgetauscht, gehetzt oder in sich gekehrt flaniert. Manche Türen stehen offen, andere sind geschlossen. Fast 300 junge Firmen sind versammelt und jede beschäftigt sich mit Erfindungen, mit Innovationen.

An einer der Türen hängt ein Schild der Migros-Tochter Bischofszell Nahrungsmittel AG, kurz Bina genannt. Gerade diskutiert Edouard, Ed, Appenzeller mit seinem Team die Ergebnisse der letzten London-Reise. Ed Appenzeller nennt solche Reisen Food-Safaris. Mit Herzblut ist das Trio der Bina bei der Sache. «Wir suchen das, was Sie in zwei Jahren essen wollen», sagt Appenzeller. Sein Anspruch ist hoch: «Wir wollen Trends finden, bevor sie Trends sind», ergänzt er und weiss um die besondere Herausforderung, denn andere Unternehmen aus der Nahrungsmittelindustrie haben ebenfalls Spürnasen angestellt.

Neue Märkte und Möglichkeiten erschliessen

Auf diesem Feld ist ein Konkurrenzkampf entbrannt, der den Foodscouts, wenn es um ihre Entdeckungen und Ideen geht, die Lippen verschliesst. Man will die anderen schliesslich nicht auf etwas lupfen, was man selbst gerade entwickelt. Bina-Kommunikationschefin Corinne Harder sagt: «Es geht darum neue Märkte zu finden und erschliessen sowie Möglichkeiten zu eruieren, wo das Geschäft ausgebaut werden kann.» Und Appenzeller ergänzt: «Wir wollen radikale Innovationen. Das Team arbeitet deshalb hier im Technopark, losgelöst vom Tagesgeschäft in Bischofszell. So können wir mit offenem Geist Ideen entwickeln.»

Vor ziemlich genau einem Jahr hat die Bina das Innovationslabor im Technopark Zürich in Betrieb genommen. «Die neue Organisationseinheit Bischofszell Food Innovation (BFI) greift, losgelöst vom operativen Tagesgeschäft, Entwicklungen und Trends am Markt auf und trägt dazu bei, dass auch ungewöhnliche Innovationen in der Unternehmung verankert werden können», betont auch Harder. Ed Appenzeller, Leiter des BFI, rechnet damit, dass noch dieses Jahr die ersten operativen Themen umgesetzt werden. «Die Nähe zum Migros-Genossenschafts-Bund, den Hochschulen und weiteren Partnern in der Region Zürich unterstützt unsere Arbeit optimal», erklärt er das rasante Tempo.

Jörg Baumann, Leiter Technologie und Qualität bei der Bina, will mit dem BFI neue Produktgruppen, Geschäftsmodelle, Verkaufskanäle und Kunden erschliessen. Unternehmenssprecherin Harder ergänzt, dass die drei Mitarbeitenden am Standort Zürich die verschiedenen Geschäftseinheiten der Bina vereinen. Die bestehenden Innovationsinstrumente würden mit den neu definierten Suchfeldern an einem zentralen Ort zusammengebracht. «Die Professio­nalisierung des Innovations­managements unterstützt die ­Geschäftsleitung in der strategischen Planung», ist denn auch Baumann überzeugt. Im Trio des BFI arbeiten neben dem Chef-Innovator Ed Appenzeller noch Innovationscoutin Regina Frei. Sie ist ständig auf der Suche nach Trends und Innovation im Ernährungs-, Food- und Getränkebereich, auch im Internet. Und der dritte im Bunde ist Meret Vollenweider, Spezialist für neue Medien, IT, digitale Bereiche und der Industrie 4.0.

Bei praktischen Beispielen kann Ed Appenzeller nicht allzu konkret werden, aber er zeigt Geschirr, das aus Blättern hergestellt wird, die von rasch wachsenden Bäumen aus Fernost stammen. Dieses Projekt sei zwar vorbildlich in Sachen Nachhaltigkeit, auch weil das Geschirr vollständig kompostiert werden könne. Aber leider sei es erst einmal auf Eis gelegt.

Das Thema «Frische» ist ein Megatrend

Neben der Nachhaltigkeit sei ­Frische das grosse Thema. «Wir schauen uns an wie in anderen Ländern das Thema Frische bei der Gestaltung, den Konzepten und Modellen umgesetzt wird.» Dieser Megatrend werde anhalten, ist Appenzeller überzeugt. Frische sei zum Beispiel beim Streetfood immer mehr gewünscht. Für Ladengeschäfte und Versand brauche es eine ausgefeilte Logistik. So sei es vielleicht bald möglich, dass man per App einen Salatkopf auf dem Feld aussuche, der dann zwei Stunden später frei Haus geliefert werde oder zur Abholung bereit liege.

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