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Folgt die EZB der Fed?

Börsenspiegel
Patrick Häfeli, Senior Strategieanalyst Fixed Income, St. Galler Kantonalbank

Während die US-Notenbank Fed schon bald dazu übergehen wird, ihre Bilanzsumme schrittweise zurückzufahren, läuft das Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) noch auf Hochtouren. Doch allmählich wird es für die EZB Zeit, ebenfalls den Ausstieg zu planen.

Um die europäische Wirtschaft nach der Finanz- und Schuldenkrise wieder auf einen gesunden Wachstumspfad zu bringen, verfolgt die EZB seit 2009 eine sehr expansive Geldpolitik. Neben extrem tiefen Leitzinsen kauft die EZB seit März 2015 ergänzend Monat für Monat Anleihen im Wert von min­destens 60 Mrd. €, um die Geldmenge auszuweiten und so unter anderem die Inflation in der Eurozone nach oben zu drücken.

Inzwischen hat die EZB bereits Anleihen im Wert von über 1900 Mrd. € in ihren Büchern stehen und so ihre Bilanzsumme in den vergangenen Jahren mehr als verdoppelt. Das bestehende Anleihenkaufprogramm wird laut den Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi noch bis mindestens Ende des Jahres unverändert weitergeführt. Dies, obwohl sich die Inflation in den letzten Monaten kontinuierlich der 2%-Marke angenähert hat und auch sonst erfreuliche Daten aus dem Euroraum gemeldet werden.

Tipps von den Kollegen aus Amerika

Hinter den Türen der EZB werden die Ratsmitglieder aber bereits jetzt über den geplanten Ausstieg aus den ausserordent­lichen geldpolitischen Mass­nahmen beraten. Den einen oder anderen Tipp dazu werden sich die Ratsmitglieder wohl auch bei ihren Kollegen aus den USA holen. Denn die Fed fuhr ihre Anleihenkäufe bereits im Jahr 2014 zurück und hat seither den Leitzins immerhin schon drei Mal um jeweils einen Viertel Prozentpunkt erhöht.

Wir erwarten, dass auch die EZB diesen Weg einschlagen und im ersten Halbjahr 2018 als ersten Schritt ihre monatlichen Anleihenkäufe gemächlich gegen null reduzieren wird. Ähnlich wie die Fed wird die EZB die Zinsen und Fälligkeiten der in den vergangenen Jahren gekauften Anleihen vorläufig reinvestieren und ihre Bilanzsumme somit stabil halten. Das ist nicht unerheblich, denn die Summe der im Jahr 2018 zu reinvestierenden Papiere schätzen diverse Marktbeobachter auf bis zu 80 Mrd. €. Auch deshalb gehen wir davon aus, dass die Kapitalmarktrenditen in Europa, aber auch in der Schweiz, in den nächsten Monaten lediglich leicht ansteigen werden.

Leitzinserhöhung der EZB muss noch warten

Zudem bleiben die Leitzinsen in der Eurozone vorläufig noch tief unten verankert. Denn erst wenn die Reduktion der monatlichen Anleihenkäufe problemlos über die Bühne gegangen ist, ist eine erste Leitzinserhöhung der EZB überhaupt denkbar. Das wird nicht vor dem zweiten Halbjahr 2018 der Fall sein.

Patrick Häfeli, Senior Strategieanalyst Fixed Income, St. Galler Kantonalbank

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