Flughafen will raus aus den roten Zahlen

Merken
Drucken
Teilen

Schuldenabbau Der Bodensee-Airport in Friedrichshafen kämpft mit seinen Schulden, derzeit 17 Millionen Euro. Im laufenden Jahr werden gegen 2 Millionen Euro auflaufen. In den letzten beiden Jahren waren es um die 1,5 Millionen Euro, die am Ende fehlten. Claus-Dieter Wehr, Geschäftsführer der Flughafen Friedrichshafen GmbH (FFG), sagte gestern vor den Medien, dass mit den Gesellschaftern ein Restrukturierungskonzept erarbeitet worden sei. Die Stadt Friedrichshafen und der Bodenseekreis sind die beiden Hauptgesellschafter des Flughafens. Wehr: «Ich bin überzeugt, dass wir mit einem soliden Plan und dem gut durchdachten Massnahmenpaket den Flughafen Friedrichshafen aus den Turbulenzen navigieren und auf ein stabiles wirtschaftliches Fundament stellen können.»

Investitionen tätigen und Darlehen ablösen

Die wirtschaftliche Ausgangslage sei nicht einfach, und auch die Insolvenzen der in Friedrichshafen beheimateten Airlines (Hamburg Airways, Intersky, VLM) seien Rückschläge gewesen, räumte Wehr ein. Trotz dieser Schwierigkeiten habe man im operativen Geschäft gut gewirtschaftet. Wehr ist optimistisch: «Wir haben bewiesen, dass wir, wenn man Zins-, Tilgungs- und Abschreibungslasten aussen vor lässt, aus eigener Kraft ein posi­tives Betriebsergebnis erzielen können.» Und das sei keine Selbstverständlichkeit bei Regionalflughäfen.

Das Sanierungskonzept sieht insgesamt ein Darlehen in Höhe von 13,6 Millionen Euro von den Gesellschaftern vor, das über drei Jahre gesplittet ausgezahlt wird. Rund 7 Millionen davon sollen zur Tilgung alter, teurer Bankdarlehen verwendet werden. Weitere knapp 7 Millionen Euro sollen in die Infrastruktur des Flughafens fliessen. So gilt zum Beispiel die Technik des Towers als ziemlich veraltet. 2021 will Wehr, dass diese Darlehen dann in Eigenkapital umgewandelt werden, anstatt sie zurück zu zahlen. (bor)