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FLUGHAFEN: Hoffnungsschimmer in Agno

Die Zukunft des Airports Lugano-Agno ist äusserst ungewiss. Die Berner Regionalfluggesellschaft Sky Work hat Interesse an der Verbindung Lugano–Genf angemeldet. Doch entschieden ist nichts.
Gerhard Lob, Lugano
Blick ins Cockpit einer Maschine bei der Landung auf dem Flughafen Lugano-Agno. (Bild: Samuel Golay/Keystone (20. März 2015))

Blick ins Cockpit einer Maschine bei der Landung auf dem Flughafen Lugano-Agno. (Bild: Samuel Golay/Keystone (20. März 2015))

Gerhard Lob, Lugano

Wohin geht die Reise des Airports Lugano? Nach dem Grounding der Tessiner Fluggesellschaft Darwin im vergangenen November und deren Konkurs ist die Zukunft des Flughafens in Lugano-Agno unklarer denn je. Die konkrete Folge für Flugpassagiere: Der Linienflugverkehr zwischen Lugano und Genf ist zurzeit eingestellt. Lugano hat nur noch eine einzige Linienflugverbindung: Swiss pendelt viermal täglich zwischen Lugano und Zürich, ausgeführt durch den Codeshare-Partner Austrian Airlines.

Ob es eine Wiederaufnahme der Strecke Lugano–Genf gibt, hängt davon ab, ob eine Fluggesellschaft nach dem Darwin-Aus in die Bresche springt. Die Berner Regionalfluggesellschaft Sky Work hat Interesse signalisiert und beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) einen Antrag eingereicht, diese Strecke bedienen zu dürfen. Die Tessiner Kantonsregierung äusserte sich zustimmend. Laut der «Sonntags-Zeitung» hat das Bazl Sky Work inzwischen grünes Licht erteilt.

Auch Clooney landet in Agno

Dieser Tage gab es nun ein erstes Treffen zwischen der Spitze von Sky Work und dem Verwaltungsrat der Lugano Airport SA (Lasa). «Es wurde noch nichts entschieden, wir haben eine Art Roadmap vereinbart», sagte Martin Inäbnit, Präsident und CEO der Sky Work Airlines AG, nach dem Treffen gegenüber den Medien. Er machte klar, dass es für Sky Work nicht nur um die Strecke Lugano–Genf, sondern um «ein Gesamtpaket» geht. Konkret: Auch Verbindungen mit Bern und Rom sollen geprüft werden. Es brauche nicht nur Flüge, sondern auch ein Marketing- und ein Sales-Team. Bisher sei Sky Work weder in Lugano noch in Genf präsent. Fest steht: Das Treffen hat wieder ein wenig Hoffnung aufkeimen lassen. Auch Vertreter aus Wirtschaft und Tourismus waren zugegen. Denn sie befürchten, dass die Destination Lugano dereinst ganz aus dem europäischen Linienflugplan verschwinden könnte. Luganos Stadtpräsident Marco Borradori äusserte sich zurückhaltend zuversichtlich. Lasa-Präsident Emilio Bianchi meinte: «Die Atmosphäre bei den Gesprächen war sehr positiv.»

Schaut man sich den Flugplan von Sky Work an, wird schnell klar, warum der isolierte Betrieb der Fluglinie Lugano–Genf kaum Sinn macht. Sky Work fliegt von Bern nach Amsterdam, Berlin, Hamburg, London City, München, Wien und Mallorca. Im Sommer kommen temporäre Verbindungen hinzu – etwa nach Sylt, Usedom, Jersey oder Kroatien. Eine Verbindung vom Tessiner Airport nach Bern könnte somit insbesondere als Zubringer für die Städtedestinationen fungieren. Und in Gegenrichtung könnte der Anschluss nach Rom interessant sein. Allerdings: Frühere Erfahrungen haben gezeigt, dass die Strecke Lugano–Bern kaum rentabel betrieben werden kann, und dies trotz damaliger Bundessubventionen.

Wenn der Flughafen Lugano in Schieflage gerät, flackert immer wieder die Diskussion auf, ob es diesen Airport denn überhaupt noch braucht. Dazu kommt: Im Jahr 2020 wird der Ceneri-Basistunnel in Betrieb gehen, der die Fahrzeit per Bahn zwischen Lugano und Zürich (Flughafen) weiter reduzieren wird. Zudem wird ab Juni 2018 die S-Bahn Tilo von Lugano bis zum Interkontinentalflughafen Mailand-Malpensa verkehren – vorläufig mit Umsteigen. Allerdings gibt es keinen Flug von Mailand nach Genf.

Welche Funktion kann der Regionalflughafen Lugano Airport überhaupt noch erfüllen? Und sind 20 Millionen Franken an Infrastrukturinvestitionen, so wie von der Stadt Lugano als Mehrheitsaktionärin vorgesehen, in diesem Moment angebracht? Remigio Ratti, emeritierter Professor für Regionalpolitik an den Universitäten Freiburg und Lugano, warnte in einem Interview: «Man sollte es sich sehr gut überlegen, ob man den Flughafen Lugano-Agno aufgibt.» Auch wenn die goldenen Zeiten des Bankenplatzes Tessin vorbei seien, sei die Präsenz eines Flugplatzes für andere Businessbereiche von grosser Bedeutung, etwa in der wissenschaftlichen Forschung und der Industrie. «Im Standortwettbewerb ist es nach wie vor wichtig, über einen Flughafen mit Linienflügen zu verfügen», so Ratti.

Immerhin wird der kleine und übersichtliche Airport gerne von Berühmtheiten privat genutzt. Hollywood-Star George Clooney gehört mit seiner Frau Amal beispielsweise zu den VIP-Gästen, welche mit ihrem Privatjet gerne in Agno landen, um danach zu ihrer Villa am Comersee zu gelangen.

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