Fleisch: Günstig oder geschmuggelt

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Konsum In der Schweiz ist der Fleischkonsum pro Kopf seit Jahren mehr oder weniger unverändert. Zwar zeigt die Statistik eine leichte Abnahme. Laut dem Schweizer Fleisch-Fachverband (SFF) müssen aber die Fleischkäufe ennet der Grenze und der zunehmende Schmuggel einbezogen werden.

Statistisch erfasst ist für 2016 ein jährlicher Pro-Kopf-Konsum von 51 Kilo Fleisch. Das sind 0,7 Kilo oder 1,4% weniger als im Jahr 2000, wie SFF-Präsident und alt Ständerat Rolf Büttiker vor den Medien sagte. Diese Angaben täuschten aber, da sich immer mehr Private im nahen Ausland mit Fleisch zu günstigen Preisen eindeckten und immer mehr Fleisch in die Schweiz geschmuggelt werde. Rechne man diese Mengen mit ein, dürfte der Pro-Kopf-Konsum im Berichtsjahr bei rund 64 Kilo liegen. Die Schweiz bewege sich damit innerhalb Europas «im vorderen Mittelfeld» der Fleischesser.

Schwein bleibt erste Wahl

Nach wie vor am beliebtesten ist Schweinefleisch. Von den registrierten 51 Kilo macht es 22,5 Kilo aus. An zweiter Stelle folgt Geflügel (12 Kilo) vor Rindfleisch (11,3 Kilo). Weniger ins Gewicht fallen Kalb (2,7 Kilo), Schaf und Ziege (1,3 Kilo), Wild und Kaninchen (0,8 Kilo) und Pferd (0,4 Kilo). Gut 80% des verkauften Fleischs stammen laut Büttiker aus der Schweiz. Insgesamt belief sich der Fleischverbrauch 2016 auf stabil 432000 Tonnen. Hinzu kamen 76000 Tonnen Fisch und Krustentiere (+1,8%).

Der SFF erachtet die Ernährungssicherheits-Initiative des Bauernverbandes als «unnötig». Dafür unterstützt er aber parlamentarische Vorstösse zur Eindämmung des Fleischschmuggels oder zur Schaffung gleich langer Spiesse bei der Einfuhr von Halalfleisch. Bisher werden die betreffenden Teilzollkontingente bei der Versteigerung bevorzugt behandelt.

Seit Jahren hapert es beim Nachwuchs. Laut SFF bleibt rund jede zweite Lehrstelle unbesetzt. Der Verband habe daher die Stelle eines «Nachwuchsrekrutie­rers» geschaffen. Zudem soll ein Videoclip 13- bis 16-Jährige ansprechen und ihr Berufsinteresse am Fleischfach wecken. (sda)