Fitness im Visier der Weko

Die Wettbewerbskommission (Weko) hat ein Verfahren wegen möglicher Verhinderung von Parallelimporten bei Fitnessgeräten eröffnet.

Maurizio Minetti
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EBIKON. Im Januar herrscht für Fitnesscenter-Betreiber Hochsaison. In keinem anderen Monat sind Menschen motivierter, endlich mehr zu machen für ihre Fitness. Auch David Geisshüsler, der im luzernischen Ebikon ein Center betreibt, freut sich über mehr Kunden.

Geräte zu teuer

Doch den Geschäftsinhaber plagen auch Sorgen: «Wir bezahlen für Fitnessgeräte meiner Meinung nach zu viel.» Geisshüsler ist nicht der einzige, der sich über hohe Preise aufregt. Selbst der Schweizer Fitness- und Gesundheitscenter-Verband sagt: «Es ist sicher richtig, dass die Preise für professionelle Fitnessgeräte sehr hoch sind», so Verbandspräsident Claude Ammann. Center-Betreiber schätzen es, dass Kraftgeräte kaum kaputtgehen. Der Preis, den man für diese Beständigkeit bezahlt, sei aber hoch, besonders im internationalen Vergleich. «Es gibt Beinpressen, die in der Schweiz bis zu 9000 Franken kosten. In den USA bekommt man das gleiche Produkt für 2000 Dollar», sagt Geisshüsler.

Vor diesem Hintergrund überlegen sich Center-Betreiber, Kraftgeräte aus dem Ausland direkt zu importieren und damit den offiziellen Vertriebsweg über die Schweizer Importeure zu umgehen. Ein Lieferant für Parallelimporteure ist Used Gym Equipment aus Kalifornien. Kathi Fleig vom David Gym Zürich hat von dort auch schon Geräte direkt importiert. Sie sagt: «Gerade bei speziellen oder älteren Modellen, die in der Schweiz nicht verfügbar sind, lohnt sich der direkte Kauf aus den USA.» Einer der offiziellen Schweizer Fitnessgeräte-Händler ist die Ratio AG aus Kriens. Geschäftsführer Markus Pira sagt, er habe nichts dagegen, wenn seine Kunden nicht nur bei ihm einkaufen.

Import verhindert?

Die Weko hat aber Ende vergangenen Jahres eine Untersuchung gegen die Ratio AG Kriens sowie gegen den deutschen Fitnessgeräte-Hersteller Gym80 eröffnet. Der Vorwurf: Es gebe Anhaltspunkte, dass der Parallelimport von Fitnessgeräten der Marke Gym80 in die Schweiz verhindert wurde. Im Herbst kam es dann zu Hausdurchsuchungen bei Ratio in Kriens. Bei der Weko heisst es weiter, man habe in den letzten Jahren bereits vereinzelt Mitteilungen von Marktteilnehmern erhalten, wonach der Parallelimport von Fitnessgeräten verhindert worden sei.

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