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Finanzmärkte bremsen die Nationalbank

Ein stärkerer Franken, höhere Zinsen und ein tieferer Goldpreis treiben die Notenbank in die roten Zahlen – vorerst. Die Ausschüttung an Bund und Kantone dürfte nicht gefährdet sein.
Daniel Zulauf
Die Nationalbank spiegelt sich im Wasser des Brunnens auf dem Bundesplatz. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Die Nationalbank spiegelt sich im Wasser des Brunnens auf dem Bundesplatz. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) weist für das dritte Quartal 2018 einen Verlust von 12,9 Milliarden Franken aus. Das Ergebnis macht die Gewinne des ersten Semesters zunichte und führt zu einem zwischenzeitlichen Minus von 7,8 Milliarden nach neun Monaten (siehe Grafik). Der SNB dürfte das gar nicht ungelegen kommen. 2017 hatte sie einen beispiellosen Jahresgewinn von 54 Milliarden ausgewiesen und der latenten politischen Diskussion um dessen Verteilung zusätzliche Nahrung gegeben.

Wie das Ergebnis am Jahresende aussehen wird, ist kaum ­voraussehbar. Nach Jahren der Finanz- und Eurokrise, in denen sich die SNB genötigt sah, gewaltige Mengen an Devisen zu kaufen, um dem Aufwertungsdruck auf den Franken entgegenzuwirken, bleibt die Bilanz mit einem Wert von 813 Milliarden Franken riesig. Sie ist rund ein Viertel ­höher als die jährliche Schweizer Wirtschaftsleistung. Je rund 40 Prozent der Aktiven sind in euro- und dollardenominierten Wertpapieren angelegt. Die Entwicklung der Wechselkurse dieser Währungen ist deshalb zentral für das Resultat. Im 3. Quartal sind beide Währungen gegenüber dem Franken bis zu 2 Prozent schwächer geworden, was entsprechende Bewertungskorrekturen auf den zu Grunde liegenden Anleihen- und Aktienbeständen zur Folge hatte. Auch der Goldbestand (1040 Tonnen) hat im Berichtsabschnitt deutlich an Wert eingebüsst. Schliesslich erlitt die SNB im Zug des vor allem in den USA weiter gestiegenen Zinsniveaus Kursverluste in Milliardenhöhe auf dem Anleihenbestand. Die Aktienkurse erfuhren im noch günstigen Börsenumfeld eine Höherbewertung.

Verunsicherung bleibt bestehen

Im Oktober, dem ersten ­Monat des Schlussquartals, hat das Bild gedreht. Euro und Dollar haben zum Franken deutlich aufgewertet, und ein leichter Rückgang des Zinsniveaus hat den Wert der Anleihen wieder steigen lassen. Auch das Gold hat wieder zugelegt, während die Aktienmärkte 8 Prozent verloren haben.

Alles in allem dürfte die SNB-Rechnung derzeit aber wieder ausgeglichen sein. Allerdings verunsichern die internationalen Handelsstreitereien wiederholt die Finanzmärkte. Die SNB wird dies als Argument gegen nächste politische Versuche verwenden, die Ausschüttungspolitik offensiver zu gestalten. Zurzeit liegen 67 Milliarden Franken in der Ausschüttungsreserve. Solange mehr als 20 Milliarden in dem Topf liegen, haben Bund und Kantone Anspruch auf eine Ausschüttung von 2 Milliarden. Soviel dürfte es auch für dieses Jahr geben.

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