FINANZINDUSTRIE: SIX will Banken beim Anlegerschutz helfen

EU-Regeln machen einen Ausbau notwendig. Nun bietet SIX eine eigene Lösung an.

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Die Finanzinfrastrukturbetreiberin SIX bietet den Banken eine ­Infrastrukturlösung für die neuen Anlegerschutzregeln an. So treten in der EU ab nächstem Jahr die neuen Richtlinien Mifid II und PRIIP in Kraft, die den Anlegerschutz massiv ausbauen.

«Es ist ein Trugschluss, dass diese Vorschriften die Schweizer Banken nicht betreffen», sagte gestern Robert Jeanbart, Leiter der SIX-Division Finanzinformationen. So müssten die Banken diese Richtlinien bei EU-Kunden und in EU-Filialen anwenden. Zudem gelten die Vorschriften für Finanzprodukte, die in der EU ­herausgegeben wurden. Das betreffe etwa auch argentinische Börsenindizes, deren Bestandteil Wertpapiere aus der EU seien. Die neuen Regeln seien eine weltweite Angelegenheit. Sie fordern detaillierte Dokumente zur Information der Anleger.

Zusammen ist es günstiger

Banken etwa müssen prüfen, ob ein Wertpapierkauf für einen Anleger vor dem Hintergrund seiner Kenntnisse angemessen ist. Unter anderem müssen Informationen in einer Sprache zur Verfügung stehen, die der Anleger versteht. Englisch allein reicht nicht. Eine Schweizer Bank müsse rund ein Dutzend Sprachen parat haben, sagte Jeanbart. ­Diese Aufgaben will die SIX für die Banken übernehmen, damit nicht jede einzelne Bank für sich diese lösen muss. Denn die neuen Regulatorien würden erheb­liche Kosten verursachen. (sda)