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FINANZINDUSTRIE: Nach Verlusten gibt es Kritik an den hohen Boni

Die Deutsche Bank schreibt zum dritten Mal hintereinander einen Jahresverlust. Gleichzeitig verteidigt Vorstandschef John Cryan Bonuszahlungen von etwa 1 Milliarde Euro.
Christoph Reichmuth, Berlin
Der Hauptsitz der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. (Bild: Michael Probst/Keystone (1. Februar 2018))

Der Hauptsitz der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. (Bild: Michael Probst/Keystone (1. Februar 2018))

Christoph Reichmuth, Berlin

Im dritten Jahr in Folge verbucht die Deutsche Bank einen Verlust. Dieser fällt mit 500 Millionen Euro allerdings geringer aus als die Verluste von 2016 (1,4 Milliarden Euro) und 2015 (6,8 Milliarden Euro). Vorstandschef John Cryan zeigte sich bei einer Pressekonferenz gestern Vormittag trotz der Verluste optimistisch. «Wir haben aufgeräumt. Und wir sind auf dem richtigen Weg», sagte er. In diesem Jahr soll Deutschlands grösstes Geldhaus wieder schwarze Zahlen schreiben, kündigte der 57-jährige Brite an.

Wie die Bank ausführte, drückte vor allem ein einmaliger Effekt auf das Jahresergebnis. Ohne die Belastungen, die auf die Steuerreform in den USA zurückzuführen seien, hätte die Bank nach eigenen Angaben einen Jahresgewinn von 900 Millionen Euro erreicht. Die amerikanische Steuerreform hat neben der Senkung der Körperschaftssteuer neue Regeln bei Abschreibungen oder Verlustvorträgen für die Konzerne mit sich gebracht. Wegen der geringeren Steuerlast sinkt der Wert von Verlustvorträgen. Verluste, die steuerlich geltend gemacht werden können, nehmen demzufolge ab, Unternehmen müssen daher höhere Abschreibungen vornehmen. Die Deutsche Bank schreibt 1,4 Milliarden Euro auf Verlustvorträge ab, was das Geldhaus in die roten Zahlen gebracht habe, hiess es gestern.

Boni sind kein Automatismus

Trotz der neuerlichen Verluste plant die Bank, ihre Vergütungen für die Mitarbeiter zu erhöhen. Vorstandschef John Cryan verteidigte gestern die Absicht, im neuen Jahr trotz roter Zahlen etwa 1 Milliarde Euro als Bonuszahlung an ihre Mitarbeiter und ihre Manager auszuschütten. «Die diesjährige variable Vergütung ist eine einmalige Investition, um der neuen Führung unserer Unternehmens- und Investmentbank die Chance zu geben, unsere Marktposition zu sichern und auf ausgewählten Geschäftsfeldern auszubauen», sagte der Brite. Die grosszügigen Boni seien kein Automatismus. «Die Bezahlung unserer Mitarbeiter wird sich konsequent am Geschäftserfolg unserer Bank orientieren», kündigte Cryan an.

Aktionäre wollen eine Dividende

Auch der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Marcus Schenck verteidigte gestern die hohen Bonuszahlungen, die sich vor allem Investmentbanker erstritten hätten. «Wir liegen immer noch in der unteren Hälfte, wenn wir uns mit unseren Wettbewerbern vergleichen», sagte er. Bereits vor einigen Tagen sagte Schenck in einem Interview, die Bank müsse in gute Leute investieren «und international wettbewerbsfähig bleiben – auch bei den Gehältern».

Die Ankündigung der hohen Bonuszahlungen wurden von Seiten der Politik scharf kritisiert. Die SPD möchte in den derzeit laufenden Koalitionsverhandlungen mit der Union die steuerliche Absetzbarkeit der Boni begrenzen. Wenig erfreut zeigten sich die Investoren, dass die Bank offenbar noch nicht entschieden hat, ob es für die Anleger für das Geschäftsjahr 2017 eine Dividende geben wird.

«Mehr als die gesetzliche Mindestdividende haben wir nie versprochen», äusserte sich Vorstandschef John Cryan. «Wenn die Deutsche Bank ihren Mitarbeitern Boni bezahlt, dürfen auch die Aktionäre bei der Dividende nicht leer ausgehen», entgegnete ein Investor gegenüber dem «Handelsblatt».

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