Finanzierungsrunde
ZF gibt bei Nachhaltigkeit Gas und platziert die erste grüne Anleihe

Mit einem Volumen von 500 Millionen Euro hat der fünftgrösste Automobilzulieferer der Welt aus Friedrichshafen am Bodensee seine erste Green-Bond-Premiere gefeiert. Weitere sollen folgen.

Stefan Borkert
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ZF Friedrichshafen startet eine Finanzierungsrunde mit Green Bonds.

ZF Friedrichshafen startet eine Finanzierungsrunde mit Green Bonds.

PD

Der Technologiekonzern ZF Friedrichshafen gibt seinen Auftakt am Green-Bond-Markt. Die erste grüne Anleihe des Stiftungskonzerns hat ein Volumen von 500 Millionen Euro, eine Rendite von zwei Prozent und läuft sechs Jahre. BNP Paribas, ING, die auch strukturierende Bank war, sowie LBBW und Unicredit haben die Transaktion begleitet, schreiben die Finanznachrichten «Der Treasurer.» Mit den Einnahmen in Höhe von 500 Millionen Euro finanziert der Technologiekonzern die Windkraft-Sparte und die Elektromobilität. In einem Communiqué wird ZF Finanzvorstand Konstantin Sauer zitiert:

ZF-Finanzchef Konstantin Sauer ist von der Zukunft nachhaltiger Technologie überzeugt.

ZF-Finanzchef Konstantin Sauer ist von der Zukunft nachhaltiger Technologie überzeugt.

PD
«Mit dieser grünen Anleihe haben wir ein attraktives Finanzierungsinstrument geschaffen, mit dem wir nachhaltige Zukunftstechnologien auch nachhaltig finanzieren können.»

Man erweitere so den Kreis der Investoren und könne Nachhaltigkeitsziele, die Strategie der Mobilität der nächsten Generation und die Finanzierung in Einklang bringen.

«Verbindliches Ziel der ZF-Strategie ist es, bis 2040 vollständig klimaneutral zu sein.»

Man sei davon überzeugt, dass grüne Finanzinstrumente ein wirksames Mittel sind, um Investitionen in Projekte zu lenken, die einen ökologischen Nutzen haben und dazu beitragen, die globalen Nachhaltigkeitsziele sowie die des Pariser Klimaschutzabkommens zu erreichen, ergänzt Sauer.

Die Erlöse von grünen Anleihen dürfen die Emittenten nur für nachhaltige Projekte einsetzen. Im Gegensatz dazu ist die Finanzierung bei ESG-linked Bonds an eine Nachhaltigkeitsperformance geknüpft. ESG beinhaltet die Kriterien Umwelt, Soziales und Gesundheit. Zwar hatte der süddeutsche Konzern eigenen Angaben zufolge zu Beginn der Anleihevorbereitung, die bereits im November 2020 gestartet war, auch einen ESG-linked Bond geprüft, sich aber aus zwei Gründen dagegen entschieden. Zum einen sei das Produktportfolio sehr breit aufgestellt, was die Fokussierung auf eine Kennzahl über alle Geschäftsfelder schwierig mache, wird im Treasurer Charbel Chamoun, Chef der Investitionsabteilung bei ZF zitiert. Zum anderen sei man zum Schluss gekommen, dass die Definition konkreter grüner Projekte mit einem nachweisbaren Effekt auf die Nachhaltigkeitsziele der im Hinblick auf die CO2-Reduktion transparentere und sauberere Ansatz sei. Ausserdem verfüge der Konzern mit Blick auf die Zukunft über ein ausreichendes Potenzial an grünen Projekten.