Finanzhilfe von allen Seiten

NEW YORK/ZÜRICH. Die Rettungsversuche im Finanzsektor folgen Schlag auf Schlag. Leitzinsen werden gesenkt, Grossbritannien kauft sich bei Banken ein, und die USA helfen nun Firmen in allen Branchen direkt.

Peter Bauer
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Künftig ist der Staat mit an Bord: Sitz der britischen Barclays Bank in London. (Bild: ap/Andy Rain)

Künftig ist der Staat mit an Bord: Sitz der britischen Barclays Bank in London. (Bild: ap/Andy Rain)

Die grossen Notenbanken auf beiden Seiten des Atlantiks haben gestern die Leitzinsen in einer konzertierten Aktion scharf gesenkt – angesichts der schlimmsten Finanzkrise seit den 30er-Jahren, der Vereisung der Kreditmärkte, der dramatischen Verluste an den Aktienbörsen und der plötzlichen deutlichen Konjunkturabschwächung in Nordamerika und Europa. Die amerikanische Notenbank (Fed) drückte den Leitzins dabei von 2% auf 1,5%. Die Europäische Zentralbank (EZB) senkte den Wert ebenfalls um ein halbes Prozent auf 3,75%. Hinzu kamen die Bank of England sowie die Notenbanken der Schweiz, Schwedens und Kanadas.

Schweizer Wachstum gedämpft

Neu peilt die Schweizerische Nationalbank (SNB) einen Leitzins von 2,5% an. Sie senkte das Zielband für den Dreimonats-Libor auf 2% bis 3%, nachdem das Band bisher auf 2,25% bis 3,25% gelegen hatte. Die SNB zeigte sich dabei pessimistischer für das Schweizer Wirtschaftswachstum: Wegen der Finanzkrise werde es geringer ausfallen als noch Mitte September erwartet, teilte die SNB mit. Eine genaue Prognose machte sie aber noch nicht.

USA weiten Massnahmen aus

Die amerikanische Notenbank hat zugleich eine weitere beispiellose Hilfsaktion vorgespurt: Jetzt hilft die US-Notenbank erstmals nicht nur den Finanzdienstleistern, sondern auch anderen amerikanischen Unternehmen mit dem Ankauf kurzfristiger Schuldscheine. Die amerikanischen Firmen haben momentan extreme Schwierigkeiten bei der Kreditaufnahme zur Finanzierung ihrer Tagesgeschäfte und anderer kurzfristiger Aktivitäten.

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