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FINANZBRANCHE: Die Neuen sollen nur kommen

Die Thurgauer Kantonalbank hat ein gutes Jahr mit stabiler Entwicklung hinter sich. Als Platzhirsch glaubt sie den Markteintritt von Regionalbanken mit links kontern zu können.
Thomas Griesser Kym
Gut gelaunt: TKB-Chef Heinz Huber (links) und Bankratspräsident René Bock am Hauptsitz. (Bild: Andrea Stalder (Weinfelden, 20. Februar 2018))

Gut gelaunt: TKB-Chef Heinz Huber (links) und Bankratspräsident René Bock am Hauptsitz. (Bild: Andrea Stalder (Weinfelden, 20. Februar 2018))

Thomas Griesser Kym

Auf den ersten Blick hat die Thurgauer Kantonalbank (TKB) vergangenes Jahr weniger gut gearbeitet als 2016. Der Geschäftserfolg als Massstab der operativen Leistung sank um fast 6 Prozent oder 10 Millionen Franken auf 159 Millionen (siehe Tabelle). Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn der letztjährige Erfolg ist belastet von einer Einlage der TKB in ihre Pensionskasse im Umfang von 11,2 Millionen Franken. Dies als Massnahme zur Stärkung der Vorsorgeeinrichtung und «aus Verantwortung gegenüber den aktiven Mitarbeitenden», wie TKB-Chef Heinz Huber an der Bilanzpressekonferenz sagte. Denn die Zinsen dürften noch eine Weile lang tief bleiben, und die Lebenserwartung nimmt zu. Beide Faktoren belasten die Pensionskassen.

Rechnet man die erwähnte ausserordentliche Einlage heraus, so kommt der Geschäftserfolg 2017 auf 170 Millionen Franken zu stehen, ein Plus von annähernd 1 Prozent. Hinter dieser Zunahme steht zum einen eine Reduktion des Geschäftsaufwandes, wobei die Bank sowohl beim Sach- wie auch beim Personalaufwand die Kosten zu drücken vermocht hat. Zum anderen hat die TKB im zinsindifferenten Geschäft mehr verdient als im Vorjahr. Dies zum einen, weil die Kunden angesichts ­florierender Börsen mehr Wertpapiergeschäfte getätigt haben und die TKB dank neuer Modelle in der Vermögensverwaltung in diesem Geschäft höhere Erträge verbucht hat. Zum anderen lief auch das Handelsgeschäft rund, worin sich die bessere Verfassung der Thurgauer Wirtschaft spiegelt, wie Huber sagte. Das hat zum Beispiel den Devisenhandel der Bank belebt, etwa weil die Thurgauer Exporteure mehr Geschäfte mit dem Ausland betrieben. Das Plus im indifferenten Geschäft machte auch einen kleinen Rückgang im Kerngeschäft wett, dem Zinsengeschäft. Hier glitt der Erfolg geringfügig zurück als Folge des anhaltenden Margendrucks vor dem Hintergrund der tiefen Zinsen. Etwas aufgefangen wurde dieser Druck von einem «soliden Wachstum» der Hypothekarforderungen um 3,8 Prozent auf 18,2 Milliarden Franken sowie günstigeren Refinanzierungskonditionen auf dem Kapitalmarkt. An Nettoneugeld flossen der TKB 812 Millionen Franken zu, was fast 5 Prozent der Kundenvermögen entspricht und nur wenig unter dem Vor­jahreszustrom liegt (847 Millionen Franken). Bankratspräsident René Bock wertet dies denn auch als Vertrauen der Kunden in die Staatsbank.

«Sehr konservativ» budgetiert

Mit ihren Kennzahlen liegt die TKB deutlich über den Zielen, welche die Bank zusammen mit dem Kanton Thurgau als Haupteigentümer für die Strategie­periode 2016 bis 2020 formuliert hat. So wird beispielsweise ein Kosten-Ertrags-Verhältnis von 50 bis 55 Prozent angepeilt; vergangenes Jahr lag es bei 50,7 Prozent und unter Ausklammerung der Pensionskasseneinlage gar bei 47,3 Prozent. Als Nettoneugeld werden jährlich 300 bis 500 Millionen Franken anvisiert, erreicht wurden über 800 Millionen. Und bei den Hypotheken will man mit dem Markt wachsen, was laut der Bank rund 1 Prozent bedeutet; auch das wird deutlich übertroffen. Bock räumt denn auch ein, die budgetierten Werte seien «sehr konservativ». Das ist man sich indessen von der TKB gewohnt; sie pflegt auch oft für das Folgejahr ein etwas tieferes Ergebnis zu erwarten, so auch für 2018 – um es dann doch meist wieder zu übertreffen, wie auch 2017. Huber erwartet allerdings, dass sich das Hypothekenwachstum nun «leicht abschwächt», wenn auch auf hohem Niveau. Denn nach wie vor gebe es aus dem Raum Zürich viele Zuzüger in den Thurgau, der Bau von Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern laufe gut, ebenso das Ausbaugewerbe. Die Gefahr einer Überhitzung des regionalen Immobilienmarktes sieht Huber dennoch nicht; dieser funktioniere, und 82 Prozent des Volumens der TKB-Hypotheken sind in Wohnliegenschaften investiert, die im Schnitt zu «sehr tiefen» 61 Prozent belehnt sind.

Die TKB sieht sich als unbestrittene Marktführerin im Thurgau mit Raiffeisen als härtester Konkurrentin. Dass die Bank Linth im Mai einen Standort in Frauenfeld eröffnet und Valiant eine Expansion in die Kantonshauptstadt für 2019 oder 2020 angekündigt hat, nimmt Huber «sehr gelassen» zur Kenntnis. «Wir begrüssen den Wettbewerb.» Anscheinend erachteten diese Banken den hiesigen Markt als attraktiv, doch sei die TKB in einer «sehr starken Position mit einem kompetitiven Angebot und einer starken Kundenbindung». Und dann prophezeit Huber noch, für die Neuen «wird es schwierig werden». Als Beispiel der Stärke der TKB nennt Huber das Geschäft mit Firmenkunden und Gewerblern: 6 von 10 Thurgauer Unternehmen seien Kunden der TKB, und trotz des schon stolzen Markt­anteils von 60 bis 70 Prozent in diesem Segment habe man vergangenes Jahr über 200 neue ­Geschäftskunden gewonnen. Gepunktet habe die Bank zudem mit neuen Angeboten für Familien oder für Grenzgänger.

Über 50 Millionen für die Staatskasse

Aus dem Jahresgewinn von gut 129 Millionen Franken fliessen den Inhabern der stimmrechtslosen Partizipationsscheine 11 Millionen Franken oder 2.75 Franken je Papier zu. Das ergibt auf Basis des Jahresschlusskurses eine Dividendenrendite von 2,7 Prozent. Als Gewinnablieferung fliessen 38,8 Millionen Franken in die Staatskasse und 3 Millionen Franken an die Gemeinden. Der Kanton erhält ferner 5,2 Millionen als Verzinsung des Grundkapitals und 6,5 Millionen zur Abgeltung der Staatsgarantie. Insgesamt beträgt die Ausschüttungsquote 41,5 Prozent. Bock räumt ein, damit liege man «am unteren Rand». Auf der anderen Seite aber stehe die Thurgauer Kantonalbank für Kontinuität.

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