«Filialen sind extrem teuer»

Nachgefragt

Drucken
Teilen

Obwohl für die Appenzeller KB der persönliche Kundenkontakt eine zentrale Rolle spielt, ist laut Direktor Ueli Manser eine Filiale in Ausserrhoden kein Thema.

Ueli Manser, die Appenzeller KB hat ihre Wurzeln in Innerrhoden, zählt zu ihrem Hauptmarktgebiet aber auch Aus­serrhoden. Wie läuft es dort?

In Ausserrhoden ist unser Marktanteil kleiner. Dort haben die Konsumenten die Auswahl aus mehr Banken. Dennoch wählen immer mehr Ausserrhoder die Appenzeller KB als ihre Haupt-, Zweit- oder Nebenbank.

Mit einer Filiale in Herisau könnten Sie das Potenzial besser ausschöpfen, zumal Sie unermüdlich betonen, wie wichtig der persönliche Kundenkontakt sei.

Das stimmt. Aber dafür müssen wir nicht in Herisau präsent sein. Die Wege im Appenzellerland sind nicht allzu lang, und nach der Kontoeröffnung dienen auch Telefon und E-Mail der Kontaktpflege. Filialen sind extrem teuer. Neue zu bauen, ist nicht mehr das Richtige in der digitalen Welt.

Was bringt diese sonst noch?

Es ist härter geworden, den Kunden von unseren Angeboten zu überzeugen. Dank der Digitalisierung sind die Kunden heute viel besser informiert. Dennoch bleibt der persönliche Kontakt zum Berater wichtig, zum Beispiel bei Finanzierungen in Landwirtschaft und Gewerbe. Unsere Devise lautet: digital anbahnen, persönlich abschliessen.

Sind deshalb Onlinehypotheken für Sie kein Thema?

Genau. Auch bei der Hausfinanzierung kann die eine oder andere Frage auftauchen, die ein Berater im persönlichen Gespräch beantworten sollte.

Bleibt Ihr Innerrhoder Filialnetz erhalten?

Mit dem Hauptsitz in Appenzell, der Niederlassung in Oberegg sowie den beiden Einnehmereien mit je einem Mitarbeitenden in Haslen und Weissbad haben wir sehr schlanke Strukturen. Daran halten wir fest. (T. G.)