Filiale Frauenfeld der Bank Linth entwickelt sich besser als erwartet und wird weiter ausgebaut.

Das Geschäft des jungen Thurgauer Standorts der Regionalbank wächst um die Hälfte schneller als erwartet. Vor allem Firmenkunden rennen dem Beratungsteam die Türe ein. Nun will sich die Bank personell verstärken.

Thomas Griesser Kym
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David Sarasin, Chef der Bank Linth, will die Präsenz im Thurgau ausbauen.

David Sarasin, Chef der Bank Linth, will die Präsenz im Thurgau ausbauen.

Bild: PD

Mit einer Bilanzsumme von 7,9 Milliarden Franken und einem Geschäftsvolumen von 13,7 Milliarden ist die Bank Linth die grösste Regionalbank der Ostschweiz. Gleichwohl ist sie im nördlichen Teil unserer Region schwach präsent. 18 ihrer 20 Standorte finden sich am Zürichsee, im Linthgebiet, im Sarganserland und in Ausserschwyz. Hinzu kommen eine Geschäftsstelle in Winterthur und, seit Ende Mai 2018, eine in Frauenfeld.

Der Entscheid zum Vorstoss in den Thurgau fiel nach positiven Erfahrungen in Winterthur. Zudem gab es im Thurgau bisher noch keine Regionalbanken. Gestartet mit zwei Mitarbeitenden, die nach gut einem Jahr auf drei aufgestockt wurden, steht ein erneuter Ausbau bevor. «Wir werden in Frauenfeld bald weiteres Personal einstellen», sagt Bank-Linth-Chef David Sarasin und geht von ein bis zwei zusätzlichen Stellen aus.

Keine Schalter, keine Automaten

Denn der Standort Frauenfeld verzeichne eine Zunahme des Geschäftsvolumens, die 50 Prozent höher sei als erwartet. Mittlerweile betrage es 100 Millionen Franken. Vor allem Thurgauer Firmenkunden fänden, wohl auf der Suche nach einer Alternative, den Weg zur Bank Linth. Weitere neue Filialen seien in Zukunft denkbar, auch im Thurgau. Über allfällige Möglichkeiten etwa an der Achse St. Gallen – Wil wollte sich Sarasin an der Bilanzpressekonferenz indes nicht auslassen.

Frauenfeld ist eine von vier reinen Beratungsbanken der Bank Linth. Das bedeutet nicht nur keine Schalter, sondern auch keine Automaten. Je nach Entwicklung sei es möglich, dass auch am einen oder andere Ort in den nächsten Jahren eine der übrigen 16 Filialen zur Beratungsbank werde. Seit 2015 hat die Bank Linth ihr Filialnetz umgebaut, inzwischen sind 17 der 20 Standorte auf dem modernsten Stand.

Der Gewinn hat zugenommen

Operativ läuft es dem Institut relativ gut. Der Jahresgewinn 2019 wurde um 4,5 Prozent auf 26,1 Millionen Franken gesteigert. Zwar sank der Zinserfolg, dafür verdiente die Bank im Börsengeschäft besser, dies auch dank immer mehr Kundenberatungen. Zudem ist der ganze Umbau weniger teuer als erwartet, und hinzu kommen Effizienzgewinne dank der Digitalisierung und der Einsparung von Schalterpersonal. Ende Jahr bot die Bank 175 Vollzeitstellen, 10 weniger als Ende 2018.

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