Feriengeld kann ins Geld gehen

Ob man in den Ferien mit Bargeld, Kredit-, Maestro- oder Travel-Cash-Karte einkauft: Jedes Zahlungsmittel hat Vorteile und Risiken. Kostenbewusste Reisende sollten auf die Gebühren achten. Sonst folgt nach den Ferien eine saftige Rechnung.

Anna Birkenmeier
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Westliche Touristen in einer Einkaufsstrasse in Kuta auf der indonesischen Insel Bali. (Bild: epa/Made Nagi)

Westliche Touristen in einer Einkaufsstrasse in Kuta auf der indonesischen Insel Bali. (Bild: epa/Made Nagi)

Sommer, Sonne, Ferien! Bald ist es so weit, und die langersehnten Ferien beginnen. Neben der Vorfreude darauf sollte man sich rechtzeitig Gedanken machen über die passende Auswahl und Menge an Zahlungsmitteln. Den richtigen Mix zu finden, ist gar nicht so einfach – denn alle Zahlungsmittel haben Vor- und Nachteile. «Für welche Zahlungsarten man sich letztlich entscheidet, hängt von den persönlichen Bedürfnissen ab», sagt Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS). So macht es einen Unterschied, ob man Pauschalferien all inclusive bucht oder individuell reist. Auch Aufenthaltsdauer, Destination, individuelle Vorlieben und Sicherheitsüberlegungen sollten einbezogen werden, sagen Fachleute.

Bares nur für die ersten Tage

Im Ausland sollte man auf einen Mix aus verschiedenen Zahlungsmitteln setzen (siehe auch «Die Zahl» links). Banken empfehlen neben Kreditkarten, Maestro und der Travel-Cash-Karte von Swiss Bankers, immer auch etwas Bargeld in der Landeswährung mitzunehmen. Dies ist zum Beispiel sehr nützlich für kleinere Ausgaben unmittelbar nach der Ankunft oder für Trinkgelder. Allerdings sollte man keine grösseren Bargeldbeträge mit sich führen – auch wenn dies punkto Gebühren und Einsatzmöglichkeiten am günstigsten ist. Wird man jedoch bestohlen, ist das Geld weg, und es besteht in der Regel keine Möglichkeit auf Rückerstattung. Stalder gibt zudem zu bedenken, dass je nach Land die Ein- und Ausfuhr von Landeswährung limitiert, deklarationspflichtig oder gar verboten ist.

Kreditkarten global einsetzbar

Kreditkarten sind besonders bei Ferien im Ausland nicht wegzudenken, da sie vielerorts für eine Hotelreservation oder für ein Mietauto nötig sind. Die bekannten internationalen Kreditkarten sind weltweit an den meisten Ferienorten einsetzbar. Sie eignen sich vor allem als bequemes bargeldloses Zahlungsmittel. «Aber Obacht: Bei der Zahlung mit Kreditkarte wird zusätzlich ein Fremdwährungszuschlag erhoben. Dieser beträgt je nach Anbieter 1,5 bis etwa 2 Prozent», sagt Stalder. Sehr teuer wird es, wenn der Kartenbesitzer das Geld am Bancomaten bezieht: Hier können zusätzliche Gebühren von 3,75% oder mehr anfallen. Im Falle eines Diebstahls oder Verlusts werden Kreditkarten in der Regel innert zwei Arbeitstagen ersetzt, was aber bis zu 30 Fr. kosten kann.

Maestro-Karte ist beliebt

Wer im Ausland ausschliesslich am Automaten Geld bezieht, um bar bezahlen zu können, fährt mit der Postcard am besten. Der Nachteil dieser Karte ist, dass man damit im Ausland keine Einkäufe tätigen kann. Anders die Maestro-Karte: Mit ihr kann man sowohl Geld beziehen als auch Einkäufe tätigen. Die Gebühren betragen im Schnitt 1%. Grundsätzlich empfehlen Banken, wenn möglich auf den Bargeldbezug von Kleinstbeträgen im Ausland zu verzichten. Und: Maestro ist eine Debitkarte: Der ausgegebene Betrag wird also umgehend dem Bankkonto des Kunden belastet.

Sicherheit beim Bargeldbezug

Ein sicheres Zahlungsmittel ist die Travel-Cash-Karte. «Sie wurde aus den Travelers Cheques heraus gegründet», sagt Thomas Beck, Geschäftsführer von Swiss Bankers. Die Karte wird mit Euro oder Dollar aufgeladen. Danach kann auf der ganzen Welt an Geldautomaten Bargeld in Lokalwährung bezogen werden. «Im Gegensatz zu den Travelers Cheques entfällt damit der Gang zur Wechselstube», nennt Beck einen weiteren Vorteil. Zudem wird beim Geldbezug keine Verbindung zum eigenen Bankkonto hergestellt, die Karte ist durch einen PIN-Code geschützt. Bei Verlust oder Diebstahl wird sie innert kürzester Zeit weltweit kostenlos ersetzt.

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